Titelaufnahme

Titel
Ist die Privilegierung des § 79 StGB noch zeitgemäß : ein Rechtsvergleich mit Deutschland und der Schweiz / von Cornelia Wladkowski
Verfasser/ VerfasserinWladkowski, Cornelia
Begutachter / BegutachterinLambauer Heimo
Erschienen2011
Umfang401, [7] Bl. Anh. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Tötung eines Kindes bei der Geburt / Strafrecht / Deutschland / Schweiz / Österreich / Tötung eines Kindes bei der Geburt / Strafrecht / Deutschland / Schweiz / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-23688 Persistent Identifier (URN)
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Ist die Privilegierung des § 79 StGB noch zeitgemäß [17.6 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ist die Privilegierung des § 79 StGB noch zeitgemäß-ein Rechtsvergleich mit Deutschland und der SchweizDie vorliegende Diplomarbeit ist eine rechtsvergleichende Studie über den Tatbestand der Tötung eines Kindes während oder nach der Geburt und der damit verbundenen rechtlichen Problematik.Nach einem rechtshistorischen Exkurs befasst sich die Arbeit mit den derzeit in Österreich, Deutschland und der Schweiz geltenden Bestimmungen. Dabei stellte es sich heraus, dass in Österreich (§ 79 StGB) und der Schweiz (Art. 116) schwStGB die Privilegierung des Neonatizids weiterhin in Geltung ist. In Deutschland hingegen wurde der § 217 dStGB ersatzlos gestrichen.Dieser Rechtsvergleich führte zum Ergebnis, dass die deutsche Lösung von der Lehre und Wissenschaft stark kritisiert wird, zumal die einzelnen Fälle von den Gerichten unterschiedlich qualifiziert wurden und zu divergierenden Strafen und einer gewissen Rechtsunsicherheit führten. In Österreich und der Schweiz hingegen ist bei der Beibehaltung der Privilegierung eine einheitliche Rechtsprechung und Falllösung zu beobachten, sodass dieser Lösung der Vorzug zu geben ist, obwohl statistisch gesehen jährlich ohnedies nur wenige Fälle des Neonatizids (zwischen 1 und 4 Fälle) zu beobachten sind.Im Rahmen einer kurz gefassten den psychischen Vorgängen gewidmeten Betrachtung kam hervor, dass viele Fälle des Neonatizids nicht wie früher angenommen etwa auf Ehrennotstand sondern auf eine verdrängte (verleugnete) Schwangerschaft zurückzuführen waren, welcher Umstand schon im Jahre 1957 vom Rechtsmediziner Gerchow beschrieben und von der modernen Wissenschaft als tatsächlich bestehend anerkannt wurde.Ergebnis der Arbeit war letztendlich die Bejahung der in der Überschrift gestellten Frage nach der Zeitgemäßheit dieser den Neonatizid privilegierenden Gesetzesstellen.

Zusammenfassung (Englisch)

Is the privileged status of § 79 StGB (Criminal Code) still up-to-date ? a legal comparison with Germany and SwitzerlandThe present masters thesis is a comparative legal study which is concerned with the elements of the crime of killing a child during or after birth and the legal difficulty associated with this.Following a legal-historical digression, the work addresses the current applicable provisions prevailing in Austria, Germany and Switzerland. From this it emerges that the privileged status of neonaticide continues to be applicable in Austria (§ 79 StGB) and Switzerland ( Art. 116) of the Swiss Criminal Code. In Germany, on the other hand, § 217 of the German Criminal Code was deleted without replacement.This legal comparison leads to the finding of strong criticism of the German solution by Education and Science and, in particular, that individual cases have been characterized differently by the courts and have resulted in divergent penalties and a degree of legal uncertainty. In Austria and Switzerland, on the other hand, which continue to apply privileged status, consistent jurisdiction and case solving are to be observed, with the result that this solution is to be given preference, although, notwithstanding this, from a statistical standpoint, only a few cases of neonaticide (between 1 and 4) are observed annually.In the course of a briefly summarized consideration devoted to the underlying psychological processes it emerges that many cases of neonaticide can be attributed to a suppressed (denied) pregnancy rather than to a crisis of honour, circumstances already described by the forensic medicine specialist Gerchow in 1957 and recognized by modern science to really exist. The ultimate conclusion of the work was the affirmation of the question posed in the title regarding the up-to-dateness of these laws that give a privileged status to neonaticide.