Titelaufnahme

Titel
Die rätoromanischen Sprachgruppen in Italien: Entwicklung und aktuelle Struktur / Steve Paar
Verfasser/ VerfasserinPaar, Steve
Begutachter / BegutachterinCede Peter
Erschienen2011
Umfang118 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM + 1 Kt.-Beil. ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Italien / Minderheit / Rätoromanisch / Italien / Minderheit / Rätoromanisch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-23635 Persistent Identifier (URN)
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Die rätoromanischen Sprachgruppen in Italien: Entwicklung und aktuelle Struktur [14.82 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Geschichte der rätoromanischen Minderheiten ist geprägt von Trennungen und dem Assimilationsdruck durch die deutsche sowie italienische Majorität. Obwohl ihr Siedlungsgebiet vor der Völkerwanderung zusammenhängend war, gibt es heute kaum noch Gemeinsamkeiten zwischen den Sprachinseln. Die Sprache selbst hat zwar denselben Ursprung, doch nicht mal die Idiome der dolomitenladinischen und friulanischen Sprache sind ähnlich genug, um eine Kommunikation zu ermöglichen.Die Dolomitenladiner wirkten wie ein Puffer zwischen der italienischen und deutschen Volksgruppe und erfuhren von beiden Seiten die Gefahr der Assimilierung. Erst der moderne Minderheitenschutz und der Wohlstand durch den Massentourismus führte zu einem neuen Identitätsbewusstsein, das Grundlage für das Überleben dieser kleinen Ethnizität darstellt.Doch selbst dieses flächen- und einwohnermäßig kleine Ladinien ist in drei Provinzen aufgeteilt, wo die Entwicklung höchst unterschiedlich verläuft. Durch den verschiedenartigen Minderheitenschutz erleben wir gleichzeitig eine ?Renaissance der dolomitenladinischen Identität? in der Region Trentino-Südtirol, während in der direkt angrenzenden Gemeinde Cortina d?Ampezzo in der Region Veneto die dolomitenladinische Minderheit im Verschwinden begriffen ist.Auch in den Siedlungsgebieten der Friulaner gibt es große Unterschiede. Hier ist der Minderheitenschutz zwar überall derselbe, aber die naturräumlichen Bedingungen mit ihren Folgen für die Wirtschaft und den Tourismus führten zu einer Entvölkerung des Gebirgsraumes im Norden und zu einer stark positiven Demographie in der Ebene des Südens.Allgemein kann nicht vorausgesagt werden, in welche Richtung sich die rätoromanischen Minderheiten in Italien hin entwickeln werden. Durch die Analyse der Rahmenbedingungen kann man jedoch abschätzen, wie hoch die Chancen einer sprachlichen Minderheit stehen, dass sie überleben kann oder assimiliert wird, und genau das versucht diese Diplomarbeit herauszufinden.

Zusammenfassung (Englisch)

The history of the Rhaeto-Romanic minority is characterized by separation and assimilation pressure caused by the German or Italian majority. Today there are hardly any similarities between the language islands, even though their settlement area was connected before the migration period started. Although the language itself has the same origin, not even the idioms of the Dolomite Ladin and Friulian language are similar enough to allow communication.The Dolomite Ladins acted as a buffer between the Italian and German ethnic group and experienced the danger of assimilation from both sides. Only the modern protection of minorities and the mass tourism resulting from the magnificent natural environment conditions, led to a new sense of identity which was the basis for the survival of this small ethnicity.Even the small settlement area of the Dolomite Ladins is divided into three provinces which show a highly variable development. Because of the diversified protection of minorities we experience a ?renaissance of the Dolomite Ladin identity? in the region of Trentino-South Tyrol. On the contrary, the Dolomite Ladin minority in the directly adjoining municipality of Cortina d?Ampezzo in the region of Veneto is most likely to disappear.Also, the settlement areas of the Friulian minority show big differences. The protection of minorities is the same all over the place, but the impact of the natural environment conditions on economy as well as tourism leads to a depopulation of the mountainous area in the north and to a highly positive demographic development in the plain of the South.Generally, it cannot be predicted in which direction the Rhaeto-Romanic minority in Italy will be developing. By analysing the framework conditions we may estimate the chances of a linguistic minority to survive or if it is more likely to be assimilated. This is what this thesis is trying to figure out.