Titelaufnahme

Titel
Psychosoziale Einflussfaktoren bei kategoriespezifischen semantischen Störungen / vorgelegt von Josef Christian Pendl
Verfasser/ VerfasserinPendl, Josef Christian
Begutachter / BegutachterinGadler Hanspeter
Erschienen2010
Umfang145 Bl. : Zsfassung +1 CD-ROM ; Ill., graf. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Aphasie / Semantisches Gedächtnis / Psychosoziale Situation / Aphasie / Semantisches Gedächtnis / Psychosoziale Situation / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-23416 Persistent Identifier (URN)
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Psychosoziale Einflussfaktoren bei kategoriespezifischen semantischen Störungen [2.55 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Kategoriespezifische semantische Störungen bei Aphasiepatienten mit plötzlicher Hirnschädigung oder degenerativen Gehirnerkrankungen führten zu unterschiedlichen Modellen betreffend die Organisation des semantischen Wissens im Gehirn. Vor allem zwischen lebenden und nichtlebenden Objekten waren häufig Dissoziationen zu beobachten. Ziel meiner Arbeit war es, eventuelle Zusammenhänge zwischen psychosozialen Faktoren und kategoriespezifischem semantischem Wissen zu untersuchen, da jeder Mensch ein Individuum auch aufgrund zahlreicher Faktoren wie Kultur, Religion, sozialer Schicht, Erziehung, Anzahl an besuchten Kindergartenjahren, Schulbildung oder persönlicher Interessen und Erfahrungen ist. Selbst wenn bei semantischen Tests berücksichtigt wird, ob und wie oft jemand Bezug zu etwas hat, bleibt immer noch unklar, wie stark im Falle einer gegebenen Vertrautheit das Wissen darüber vernetzt ist, vor allem auf emotionaler Ebene. Die anatomische Lokalisation von semantischen Störungen gestaltet sich äußerst schwierig, da Untersuchungen des Gehirns je nach Patient unterschiedliche Ergebnisse aufweisen. Zu berücksichtigen sind dabei auch die individuell unterschiedlichen Ausprägungen bestimmter Gehirnareale sowie neuronale Reorganisationsmechanismen. Die empirische Studie mit SLI-Kindern hat gezeigt, dass ein förderndes soziales Umfeld sich positiv auf das semantische Wissen auswirken kann. Vor allem das Wohnen am Land und Aufenthalte in der Natur haben sich in meiner Untersuchung als wichtige Faktoren herausgestellt. Ein hohes Sozialprofil war bis zu einem gewissen Wert ein Garant für Itemerkennungsraten von zumindest 80%. Ersichtlich wurde in dieser Arbeit somit, dass die hier untersuchten Parameter zwar nicht das gesamte Spektrum der psychosozialen Einflussfaktoren abdecken, aber dennoch die für objektive Rückschlüsse unzureichende Aussagekraft der wenigen in bisherigen Studien berücksichtigten sozialen Einflüsse wie Alter, Geschlecht oder Ausbildung aufzeigen.

Zusammenfassung (Englisch)

Category-specific semantic impairments in aphasic patients with sudden brain damage (stroke, trauma, tumor) or degenerative diseases (dementia of the alzheimer?s type, semantic dementia, herpes simplex encephalitis) have lead to different theories concerning the organisation of semantic knowledge in the brain. Above all, dissociations between living and non-living things can be observed. The goal of my thesis was to analyse possible correlations between psychosocial factors and semantic knowledge, as each person is individual because of factors as culture, religion, social stratum, years at kindergarden, education or personal interests and expiriences. Even if semantic tests consider if and how often someone is concerned with the tested objects, it remains unclear how strong in case of a given high familiarity the knowledge about it is networked, above all on the emotional level. In addition, it has to be taken into account that in case of visual agnosia the semantic representations can be intact and the deficit is located at the perceptual encoding level. The anatomic localisation of semantic deficits turns out to be quite difficult because brain studies show different results that may rely on the individual shapes of the brains and neuronal reorganisation mechanisms. The empirical study with children suffering from SLI has shown that a supporting social life can have positive effects on the semantic knowledge. Above all living at the countryside and playing in natural environments have proven to be important factors in my study. All children with a high score in the social profile had item identification rates of at least 80%. This study has shown on the one hand that most of the analysed factors are influential but don?t cover the whole band width that influences semantic knowledge and on the other hand that in previous studies the factors age, gender or educaction don?t give enough explanations for the individual representation of semantic knowledge.