Titelaufnahme

Titel
Expandieren in schweren Zeiten : der Schuldschein als zentrales Finanzinstrument in der Steiermark (1515-1635) / eingereicht von Martin Khull-Kholwald
Verfasser/ VerfasserinKhull-Kholwald, Martin
Begutachter / BegutachterinPieper Renate ; Reisinger Nikolaus
Erschienen2011
Umfang387 Bl. : Zsfassung ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Steiermark / Schuldschein / Geschichte 1515-1635 / Steiermark / Schuldschein / Geschichte 1515-1635 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-23196 Persistent Identifier (URN)
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Expandieren in schweren Zeiten [2.77 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Expandieren in schweren Zeiten: Der Schuldschein als zentrales Finanzinstrument in der Steiermark (1515-1635)Abstact (Deutsch)An Hand der im Steiermärkischen Landesarchiv vorhandenen Verlassenschaftsinventare steirischer Adeliger aus dem 16. und 17. Jahrhundert wurden folgende Fragen beantwortet: Welches Auswirkungen hatte Kredit auf die soziale und ökonomische Lebenspraxis der Menschen in der frühneuzeitlichen Steiermark? Welche Auswirkungen hatte Kredit auf die ökonomische Theoriebildung, und welche Wechselwirkungen bestanden zwischen der entstehenden Finanzwirtschaft und der Realwirtschaft?Es konnte festgestellt werden, dass der steirische Adel, aber auch nicht adelige Zeitgenossen in eine Unzahl von Kreditbeziehungen eingebunden waren. Verwandtschaft, Nachbarschaft, die Zugehörigkeit zu Funktionseliten, vor allem aber das Vertrauen zwischen den Vertragspartnern strukturierten die untersuchten frühneuzeitlichen Kreditnetzwerke.Der Kredit- und Liegenschaftsmarkt des Adels war miteinander intensiv verschränkt. Die Beziehungen zwischen diesen Märkten ? vor allem das Verhältnis von Kreditzinsen und von Bodenerträgen ? wurde von den Merkantilisten eingehend diskutiert.Kredit war nicht nur in der Lage, die der Wirtschaft zur Verfügung stehenden Geldmenge auszuweiten. Kredit ersetzte über Mechanismen der wechselseitigen Abrechnung von Schulden gegen Guthaben das Münzgeld. Gegen Ende des Berichtszeitraums bewegte sich das Verhältnis von Kredit zu Münzen zwischen 10,88:1 und 37:1. Nur über die Verwendung von Kredit war die steirische Wirtschaft am Beginn der Neuzeit in der Lage zu wachsen.

Zusammenfassung (Englisch)

Economic Expansion in Troubled Times: Bills of Obligation as Central Means in Styrian Finance (1515-1635)AbstractBy using probate inventories of Early Modern Styrian nobles the author tried to find answers to the following questions: Which effects did credit have on the social and economic circumstances, the Styrian nobility lived in at the beginning of Early Modern Time. Did credit have any influences in Early Modern economic theory, and did finance influence the economic growth in Styria already in the 16th and 17th centuries?The Styrian Nobility, as well as the clergy, and almost every man were deeply involved in credit networks during the 16th and 17th centuries. Kinship, neighbourhood and the membership in social elite groups, e.g. bureaucracy, structured these networks. All credit was based on trust between the borrowers and the creditors.Especially the property market of the Styrian nobility was closely connected with the financial sector of economy. This connection was intensively discussed by the English later mercantilists. John Locke and the governor of the English East India Company, Josiah Child, disputed the influence of lowering the rate of interest on the value of land.Credit expanded the amount of money in circulation. Already at the beginning of the 16th century Styrian bills of obligation were negotiable. Therefore the economic subjects could discount debita and credita without using any coins. At the beginning of the 17th century the ratio between cash and credit varied between 1 to 11 and 1 to 37 in Styria, depending on the historical sources taken into consideration. Credit was the power that enabled Styrian economics to grow even under troubled circumstances.