Titelaufnahme

Titel
Empirische Untersuchung zum Einfluss von Gestaltungsmerkmalen auf die Größenwahrnehmung von Säulendiagrammen / Bernhard Panholzer
Verfasser/ VerfasserinPanholzer, Bernhard
Begutachter / BegutachterinRindermann Heiner
Erschienen2010
Umfang122 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Diagramm / Visuelle Wahrnehmung / Diagramm / Visuelle Wahrnehmung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-23094 Persistent Identifier (URN)
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Empirische Untersuchung zum Einfluss von Gestaltungsmerkmalen auf die Größenwahrnehmung von Säulendiagrammen [3.2 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Hauptaugenmerkt dieser Studie liegt auf den präattentiven Prozessen bei der Betrachtung von Diagrammen. Diese relativ einfachen Prozesse verarbeiten teils sequentiell, teils parallelisiert in einer frühen Phase der visuellen Rezeption Basismerkmale von Objekten, wie zum Beispiel Farbe, Form, Größe in ein sogenanntes visual array. Diese Ebene der visuellen Verarbeitung stellt auch die Grundlage für viele optische Täuschungen dar. Gezielte Änderungen von Objekten und Objektmerkmalen sollten unterschwellig zu veränderten Größenwahrnehmungen führen können. Die Studie beinhaltete vier Experimente zur Diagrammwahrnehmung und wurde an einer Stichprobe von 146 Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 56 Jahren im Sommer 2010 in Graz durchgeführt. Ein Ergebnis dieser Studie ist, dass parallelprojizierte 3D-Effekte in Säulendiagrammen zu einer etwas geringeren Genauigkeit, aber entgegen weit verbreiteter Meinungen zu keiner Verschiebung der Größenschätzungen führen. Horizontale Diagramme können genauer geschätzt werden als vertikale und es zeigt sich ein deutlicher Trend, dass konkrete Daten schneller dekodiert werden können als abstrakte Daten. Minima werden präziser geschätzt als Maxima. Die Fähigkeit, Diagramme zu lesen, ist erlernt und von Vorwissen und Bildung der Person abhängig. Personen mit höherem Bildungsstand lassen sich von suggestiven Fragestellungen und Diagrammgestaltungen weniger leicht beeinflussen, verarbeiten die visuellen Informationen auf dem unteren Level der Diagrammkomplexität (point reading, Abschätzen einzelner Datenpunkte) nicht signifikant schneller. Personen mit hoher selbsteingeschätzter Diagrammkompetenz können - vermutlich auf Basis effizienter kognitiver Diagrammschemata ? einfache visuelle Informationen schneller, damit verbunden jedoch nicht auch genauer dekodieren. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit von point reading Aufaben in Säulendiagrammen steht nach den Ergebnissen dieser Studie in keinem Zusammenhang mit der Genauigkeit.

Zusammenfassung (Englisch)

The main focus of this study is on the preattentive processes in the consideration of diagrams. These relatively simple processes encode partly sequential and partly parallel in the early stages of visual reception basic features of objects, such as color, shape, size in a so-called visual array. This level of visual processing provides the basis for many well-known optical illusions. Specific changes of objects and object features should subliminally lead to changes in size perception.The study involved four experiments to chart performance and was conducted on a sample of 146 persons of working age from 16 to 56 years in the summer of 2010 in Graz. One result of this study is that parallel projected 3-D effects in bar graphs leads to a slightly lower accuracy, but contrary to popular opinion no shift in size estimates was found. Horizontal bar charts can be estimated more accurately than vertical bar charts and it shows a clear trend that concrete data such as lengths or heights can be decoded faster than abstract data such as profits and losses. Minima can be estimated more accurately than maxima.The ability to read charts is learned and is dependent on knowledge and skills level of the person. People with higher education levels can be influenced by the suggestive nature of issues and chart formations less easily. They do not process the visual information on the lower level of diagram complexity (point reading tasks) significantly faster. People with high self-assessed competence can decode simple diagrammatic visual information more quickly, but not more accurately - presumably based on efficient cognitive schemata of graphs. The processing speed of point reading tasks in vertical and horizontal bar charts show no significant relation to the processing accuracy as to the results of this study.

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