Titelaufnahme

Titel
"Wir und die Anderen" : die diskursive Konstruktion von Differenz aus der Sicht der Soziologie am Beispiel von LeserInnenbriefen in der Kronen Zeitung / Ulrike Ehgartner
Verfasser/ VerfasserinEhgartner, Ulrike
Begutachter / BegutachterinGasser-Steiner Peter
Erschienen2010
Umfang193 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Fremdbild / Selbstbild / Diskursanalyse / Fremdbild / Selbstbild / Diskursanalyse / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-22369 Persistent Identifier (URN)
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"Wir und die Anderen" [1.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Begegnung mit dem Fremden ist ein wesentliches Element des sozialen Zusammenlebens. Fremdheit als Andersheit, als Neues oder Unvertrautes ist dabei keine objektive Eigenschaft, sondern bestimmt sich erst in Interdependenz zum Eigenen. Im Gegensatz zum Fremden wird dieses als natürlich und nicht erklärungsbedürftig erachtet. In dieser Masterarbeit wird aus einer sozialkonstruktivistisch-diskursanalytischen Perspektive der Frage nach der sprachlich-diskursiven Konstruktion des binären Gegensatzes von Eigenem und Fremdem nachgegangen. Im ersten Teil der Arbeit wird anhand mehrerer theoretischer Ansätze ein soziologisches Verständnis der gesellschaftlichen Differenzierung erarbeitet. Die binäre Gegenüberstellung, die in der soziologischen Theorie etwa als Ingroup-Outgroup-, oder Etablierten-Außenseiter-Verhältnis beschrieben wird, basiert auf einer Trennung zwischen innen und außen. Dabei gilt jedoch, dass das Fremde in irgendeiner Form erfahren werden, also gewissermaßen nah sein muss, um überhaupt als fremd erscheinen zu können. Anschließend an eine Einführung in die Diskurstheorie und -analyse sowie einem Überblick über wesentliche österreichische Studien, wird schließlich ein Forschungszugang zur Analyse des Diskurses um Eigenes und Fremdes in den LeserInnenbriefen Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung, der Kronen Zeitung, erarbeitet. Zirka 180 Texte aus dem Jahr 2009 wurden in die Analyse einbezogen. Dabei zeigt sich, dass nationalstaatliche Grenzen sowie ein unhinterfragter Kulturdeterminismus differenzierende Faktoren sind. Wie in einigen Texten deutlich wird, entscheidet die zugeschriebene Abstammung eines Individuums oder einer Gruppe über die Zugehörigkeit. Dabei ist Österreich eine wesentliche Benennungskategorie des Eigenen. Den Fremden werden unter anderem schlechte Eigenschaften und unlautere Absichten unterstellt, wobei vor allem in Bezug auf den Islam ein starkes Konkurrenzdenken und die Angst vor dessen Vorherrschaft zum Ausdruck gebracht wird.

Zusammenfassung (Englisch)

The encounter with Strangers is an essential element of social life. Strangeness or Otherness, meant as being different, new and not familiar, is no objective quality, but arises from the interdependency with the Self. In contrast to the Stranger, the Self is considered to be natural with no need of explanation. This master thesis follows the question of the linguistic-discursive construction of the binary opposition between the Self and the Others from a social-constructivistic and discursive perspective. With reference to different theoretical approaches, the first part of this thesis will give a sociological definition to the phenomenon of this kind of social differentiation. This binary opposition is based upon the separation between inside and outside and sociologically described for example as ingroup-outgroup- or established-outsiders-relationship. Thereby, the Others have to be somehow experienced to be found as strange. Based on the knowledge about discourse-theory and -analysis as well as the overview given about crucial Austrian surveys, a concept to analyse letters to the editor from Austria?s most popular newspaper, the Kronen Zeitung, is being developed. The analysis based on this concept contains around 180 letters to the editor, published in the year of 2009. It shows that national borders as well as uncritically noticed cultural determinisms are fundamental circumstances of differentiation. Several analysed texts clarify that the attributed descent significantly defines the group-membership of an individual. Thereby, Austria or being Austrian is the most important category to characterise the Self. On the contrary, the Strangers are characterised to be dishonest and criminal. Furthermore, the feeling of rivalry as well as the fear of the predominance of the Others is voiced. Especially the Islam is seen as competitor.