Titelaufnahme

Titel
Verführung zwischen Schein und Sein : die Frau Welt-Motivik in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters / vorgelegt von Sigrid Tscheppe
Verfasser/ VerfasserinTscheppe, Sigrid
Begutachter / BegutachterinHofmeister Wernfried
Erschienen2010
Umfang84 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Deutsch / Literatur / Frau Welt <Fiktive Gestalt> / Geschichte 500-1500 / Deutsch / Literatur / Frau Welt <Fiktive Gestalt> / Geschichte 500-1500 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-21735 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Verführung zwischen Schein und SeinDie Frau Welt-Motivik in der deutschsprachigen Literatur des MittelaltersDem Begriff ?Welt? wurde seit jeher eine negative Bedeutung zugeschrieben. Vor allem die Kirche wollte die Menschen davon überzeugen, dass die Welt schlecht und falsch sei, nur wer sich ihr entsage, könne bei Gott sein Seelenheil und das ewige Leben finden. In lateinischen Predigten ist es der so genannte mundus, der angeprangert wird und sich im Lauf der Zeit als feste Allegorie heraus kristallisiert. Im Folgenden entwickelt er sich zum Fürsten der Welt. Über einige Entwicklungsstufen entsteht in der deutschsprachigen Literatur das Motiv der Frau Welt, die Verführerin mit einer wunderschönen Vorderseite und einer schauderhaften Rückseite. Im Rahmen dieser Arbeit werden die wichtigsten Werke genannt, in denen das Motiv vorkommt, wobei untersucht wird, wie die einzelnen Autoren mit diesem Motiv umgehen und es gestalten. So taucht das Motiv zwar schon bei Walther von der Vogelweide auf, aber erst Konrad von Würzburg ist es, der die doppelte Ausgeprägtheit der Frau Welt, insbesondere die ekelhafte Rückseite, ausführlich beschreibt. Nicht nur in die Literatur fanden der Fürst der Welt und Frau Welt Eingang, sondern auch in die bildende Kunst. Skulpturen, vorwiegend auf Kirchen, sollten jedermann daran erinnern, dass die Welt schlecht sei.Das Motiv entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte weiter, sodass es zu zahlreichen Variationen kam. Vor allem im Barock erfuhr es eine neue Blüte. Aber auch heute gibt es noch einige Belege, die auf das Motiv der Frau Welt zurückzuführen sind. Vor allem im Bereich des Horrorgenres wird es immer wieder gerne aufgegriffen. Wesentlicher Unterschied dabei ist der Entfall der religiösen Funktionalisierung.Durch all die in dieser Arbeit behandelten Beispiele soll aufgezeigt werden, dass das Frau Welt-Motiv zu jenen Motiven des Mittelalters zählt, welche sich trotz Wandlung des Weltbildes bis heute erhalten haben.

Zusammenfassung (Englisch)

Seduction between appearance and realityThe ?Dame world?-motif in German literature of the Middle AgesThe term 'world' has always been ascribed a negative meaning. Particularly the church wanted to convince people that the world is bad and wrong and only those who renounce it would be able to find in God their salvation and eternal life. In Latin sermons, it is the so called ?mundus?, which is denounced - it became a fixed allegory over time and, later on, educed as the ?prince of the world?. Over some stages of development the motif of ?Dame world? occurs in the German literature, the temptress with a beautiful face and a horrible back. In this study, the most important works, in which the subject appears, are mentioned, it is being investigated, how the various authors deal with this subject and how they create it. Thus, the motif appears already at Walther von der Vogelweide, but only Konrad of Würzburg describes the double characteristic of ?Dame world?, especially the disgusting back in detail.Not only in the literature were the ?prince of the world? and ?Dame world? found, but also in the visual arts. Sculptures, mostly on churches, should remind everyone that the world is bad.The subject continued to develop over the centuries, so there were many variations. Particularly in the Baroque, it experienced a revival. But even today there is some evidence that can be attributed to the subject of the female world. Especially in the area of the horror genre it is taken up again and again. A key difference here is the elimination of religious functionalization.Through all the examples treated in this work it should be shown, that the ?Dame world?-motif is one of the motifs of the Middle Ages, which has been preserved in spite of change in world view today.