Titelaufnahme

Titel
Interdiktenschutz und Besitz in der Cicerorede "pro Caecina" / vorgelegt von Julia Haubenhofer
Verfasser/ VerfasserinHaubenhofer, Julia
Begutachter / BegutachterinPennitz Martin
Erschienen2011
Umfang67 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Cicero, Marcus Tullius <Pro Caecina> / Interdikt / Besitz / Cicero, Marcus Tullius <Pro Caecina> / Interdikt / Besitz / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-21550 Persistent Identifier (URN)
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Interdiktenschutz und Besitz in der Cicerorede "pro Caecina" [0.51 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Vorliegende Diplomarbeit befasst sich anhand von Ciceros privatrechtlicher Rede pro Caecina mit dem Recht der Interdikte und dem Besitzschutz im klassischen römischen Recht. Insbesondere werden die beiden Besitzschutzinterdikte de vi armata und unde vi analysiert. Ausgehend von Ciceros Auslegung dieser Interdikte werden die Voraussetzungen für deren Anwendbarkeit sowie die Grenzen derselben herausgearbeitet, wobei besonders die Umstände des der Rede zugrunde liegenden Prozesses betrachtet werden. Ausgangspunkt für die Diskussion sind folglich stets die entgegengesetzten Standpunkte der beiden Prozessparteien, so wie Cicero sie darlegt. Aufgrund des possessorischen Charakters der Interdikte liegt das Hauptaugenmerk auf besitzrechtlichen Fragen (z.B. Wesen und Erlangung des Besitzes), wobei Ciceros Argumentation oftmals mit den Grundsätzen des römischen Interdikten- und Besitzrechtes nicht übereinzustimmen scheint. Diese Divergenzen zu hinterfragen, bildet einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit. Auch das Thema Gewalt (vis) und ihre Ausübung, die eine notwendige Voraussetzung für die Anwendbarkeit beider Besitzschutzinterdikte bildet, zieht sich implizit und explizit durch die gesamte Arbeit. Dies ist nicht zuletzt deswegen von Bedeutung, weil zur Zeit des Prozesses, 69 v. Chr., die römische Gesellschaft von Gewalteinflüssen gezeichnet war, was den verstärkten Einsatz dieser Rechtsmittel erklärt. Neben der ausführlichen Erläuterung von Streitpunkten über die possessio werden auch Fragen bezüglich des ususfructus und des Eigentumsrechts behandelt. Abschließend wird ein Exkurs zu den rhetorischen Besonderheiten der Rede pro Caecina vorgenommen, wobei insbesondere der rhetorische Status scripti et voluntatis definiert wird. Dieser wirft die Frage auf, ob Cicero seiner Rede eher auf der Seite des strikten Wortlauts (scriptum) oder auf der des Zwecks (voluntas) des Interdikts steht.

Zusammenfassung (Englisch)

The present diploma ? on the basis of Cicero?s private-law speech pro Caecina - concentrates on the law of interdicts and the protection of possession in classical roman law. In particular, the two interdicts de vi armata and unde vi are discussed. Based on Cicero?s interpretation of these interdicts the requirements for their applicability are compiled, though especially the circumstances of the present lawsuit have to be considered. The initial points of this diploma are, therefore, the litigant?s opposing positions. Because of the possessory-law character of the interdicts the main attentions are given to questions on possession (eg. its nature and its obtaining). One has to notice that Cicero?s argumentation often seems to differ with the basic principles of roman law of interdicts and possession ? these divergences establish another main focus of this diploma. Moreover, violence (vis) and its practice, which constitute a nesessary requirement for the applicability of both interdicts, are implicit and explicit elements of the case. This is important, because in 69 BC, when the lawsuit took place, the roman society was marked by an amount of violent influences, which explicates the increased use of these legal means. Beside the detailed elaborations of possessio the diploma deals with questions on the right of usufruct and ownership. Finally, a digression concerning rhetorical questions in the speech pro Caecina is carried out; especially the rhetorical status scripti et voluntatis is defined. This raises the question, whether Cicero is in his speech on the side of the strict wording of the interdict (scriptum) or on the side of its purpose (voluntas).