Titelaufnahme

Titel
Über Seiendes und Substanz nach Franz Brentano : zur Anknüpfung an die Aristotelische Metaphysik in der Dissertation / vorgelegt von Matthias Stangl
Verfasser/ VerfasserinStangl, Matthias
Begutachter / BegutachterinBerger Harald
Erschienen2010
Umfang91 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Brentano, Franz / Das Seiende / Brentano, Franz / Das Seiende / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20774 Persistent Identifier (URN)
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Über Seiendes und Substanz nach Franz Brentano [0.49 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Franz Brentanos Philosophie sind zwei, sich einander ergänzende, Hauptlinien erkennbar. Einerseits die Erneuerung der Aristotelischen Metaphysik und andererseits die Entwicklung einer empirischen Psychologie als philosophische Grunddisziplin. Wir gewinnen den Eindruck, dass vor allem seiner Psychologie, insbesondere dem Intentionalitätsgedanken, große Beachtung geschenkt wird, während sein metaphysisches Denken wenig Resonanz findet. In der vorliegenden Arbeit steht nicht das psychologisch-erkenntnistheoretische Problem im Vordergrund, sondern jene von alters her aufgeworfene und damals wie heute in Staunen versetzende Frage: Was ist das Seiende? Diese eminent philosophische Frage steht im Mittelpunkt von Brentanos Dissertation Von der mannigfachen Bedeutung des Seienden nach Aristoteles, die er 1862 an der Universität Tübingen einreichte. Das Seiende gibt sich in der Sprache kund. Aristoteles beobachtet daher den Gebrauch der Worte ?sein? (?einai?) und ?Seiendes? (?on?) in der Alltagssprache und stößt dabei auf ein erstaunliches Phänomen: Vom Seienden spricht man in mehrfachen Weisen ? to on legetai pollachôs. Das Seiende bildet keine einheitliche Gattung, sondern ist systematisch mehrdeutig. Aufgabe der Metaphysikerin und des Metaphysikers ist es nun, die eigentlichen von den uneigentlichen Weisen zu unterscheiden, denn nur das eigentliche Seiende gehört zum Gegenstandsbereich der Ersten Philosophie (prôtê philosophia).In seiner Abhandlung legt Brentano eine genaue Analyse des Seienden, das in die Figuren der Kategorien zerfällt, vor. Wir setzen uns mit der Struktur des kategorialen Gefüges auseinander, gehen der Frage nach, wie die Aufstellung der Kategorientafel zustande gekommen ist und suchen nach dem gemeinschaftsstiftenden Prinzip des Seienden. Das Fundament für jegliches ist die Substanz (ousia). Die Beschäftigung mit der Aristotelischen Lehre von der ousia ist endlich der zweite Schwerpunkt unserer Arbeit.

Zusammenfassung (Englisch)

In Franz Brentano?s philosophy are two, compelmentary to each other, main lines visible. On the one hand, the renewal of Aristotelian Metaphysics and on the other hand the development of an empirical psychology as a basic philosophical discipline. We get the impression that great attention is paid to his psychology in particular the Intentionalitätsgedanken, while his metaphysical thinking has little resonance. In this work the psychological-epistemological problem is not the priority rather the old-aged question of: What is a being?This eminently philosophical question is the focus of Brentano?s thesis entitled The Manifold Meaning of Being According to Aristotle. This thesis was submitted in 1862 to the University of Tübingen. The being ist manifested in the language. Aristotle observed the use of the words ?to be? (?einai?) and ?being? (?on?) in everyday language and thus came across an astonishing phenomenon: of being one speaks in multiple ways ? to on legetai pollachôs. The being is not a uniform species rather has a systematic ambiguity. The task of a metaphysician today is to distinguish between real from unreal ways, because only the real being is part of the First Philosophy (prôtê philosophia) subject area.In his essay Brentano presents a detailed analysis of the being that is divided into the categories. We deal with the structure of the categorial arrangement, explore the question how the list of the table of categories has been reached and look for the community-the principle of being. The foundation of any kind is the substance (ousia). Finally, the study of the Aristotelian doctrine of the ousia is the second focus of our work.