Titelaufnahme

Titel
Diversion in Wirtschaftsstrafsachen : ein Vergleich mit Deutschland / von Katrin Janesch
Verfasser/ VerfasserinJanesch, Katrin
Begutachter / BegutachterinSchick Peter
Erschienen2010
UmfangV, 67 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Diversion / Wirtschaftsstrafrecht / Deutschland / Österreich / Diversion / Wirtschaftsstrafrecht / Deutschland / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20722 Persistent Identifier (URN)
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Diversion in Wirtschaftsstrafsachen [0.45 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Wirtschaftsstrafsachen werden heutzutage immer mehr zum aktuellen Thema von Diskussionen, nicht nur in Lehre und Praxis.Dabei spielen Absprachen, die auch Verständigungen oder Deals genannt werden, in praxi eine immer größer werdende Rolle. Solche Absprachen haben in Österreich erst in Form der Diversion ihre gesetzliche Verankerung gefunden. Bei der Diversion handelt es sich grundsätzlich um ein Angebot des Staatsanwalts an eine Person, die einer Straftat des unteren oder mittleren Kriminalitätsbereichs beschuldigt wird, sich auf diese alternative diversionelle Maßnahme einzulassen und somit einem gerichtlichen Verfahren zu entgehen. Nimmt also der Beschuldigte das Angebot auf Diversion an, tritt der Staatsanwalt von der Verfolgung zurück. Es kommt zu keiner Anklage und keinem Verfahren vor Gericht. In Wirtschaftsstrafsachen kommt die Diversion nicht so häufig vor, und zwar aus verschiedenartigen Gründen. Wirtschaftsstrafverfahren sind zumeist nicht im Bereich der unteren und mittleren Kriminalität.Deshalb rücken auch Absprachen immer mehr ins Interesse von Lehre und Praxis. Diese Verständigungen sind durch ein Geben und ein Nehmen charakterisiert. Das bedeutet, dass demjenigen, der zumeist als Mitbeschuldigter Informationen an die Staatsanwaltschaft und das Gericht weitergibt, mit Hilfe derer Straftaten überhaupt aufgedeckt werden können und es so zu einer Anklage kommen kann, im Gegenzug dazu Straferleichterungen zugesichert werden. In Deutschland sind Deals bereits im August 2009 gesetzlich festgelegt worden. Österreich diskutiert weiter über deren Zulässigkeit und Vereinbarkeit mit den tragenden Grundprinzipien unserer Strafprozessordnung. Nichtsdestotrotz strebt Justizministerin Bandion-Ortner die Verankerung einer Kronzeugenregelung im Gesetz an, und zwar soll eine solche bereits im Jänner 2011 in Kraft treten. Ob sie sich durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.

Zusammenfassung (Englisch)

Nowadays economic criminal law is becoming more and more a current topic ofdiscussions and debates, in theory and praxis as well.Arrangements, also called collusion or deals, are getting more and more important inpraxis. Such deals have only been known as Diversions in Austrian law up to now.Generally Diversion is an attorneys offer to a person, who is accused of a criminalact of a lower or middle crime case, to agree to this alternative act of Diversion andso escape the legal proceedings and perhaps a conviction. If the accused personaccepts the offer of Diversion, the attorney will withdraw from pursuit. So there is noprosecution and no legal proceedings necessary.Diversion is not very common in economic criminal law. Economic criminal cases areusually not to be found in lower or middle crime cases. They are very complex andextensive, and so they are difficult to pursue. Often the objective competence of ajury is given, so Diversion is excluded. Mostly general-preventive reasons prohibit theuse of Diversion. Due to this, deals are getting more and more important in theoryand praxis. Those deals are charactericed by giving and taking. That means that theperson who is also involved in that case gives information to attorney and court. So itis possible to solve the criminal cases and in return the person can get lighterpenalty.In Germany such deals are legal since August 2009. In Austria we have alreadybeen discussing about the legitimacy of deals. Nevertheless Claudia Bandion-Ortner,the justice minister of Austria, wants to establish a so-called ?Kronzeugenregelung?into the Austrian law. It should become effective in January 2011.There is no doubt that deals can make economic criminal cases easier and shortenthem and solve them aswell. The number of unreported crimes in economic criminallaw is still rather high because many cases are so diffuse that they are not gettingknown by the district attorneys office.