Titelaufnahme

Titel
Der privilegierte Dissident : zu Viktor Erofeevs Roman "Chorosij Stalin" / vorgelegt von Alexandra Paier
Verfasser/ VerfasserinPaier, Alexandra
Begutachter / BegutachterinEismann Wolfgang
Erschienen2011
Umfang133 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterErofeev, Viktor V. <Chorošij Stalin> / Erofeev, Viktor V. <Chorošij Stalin> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20634 Persistent Identifier (URN)
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Der privilegierte Dissident [1.05 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Gegenstand vorliegender Arbeit ist der im Jahr 2004 veröffentlichte Roman Choro?ijStalin des russischen Schriftstellers Viktor Erofeev, der sich selbst medienwirksam zuden bedeutendsten Autoren der russischen Gegenwartsliteratur zählt. In Choro?ijStalin beschreibt Erofeev seinen Werdegang als Schriftstellerund verarbeitet reales, authentisches Material aus seinem Privatleben und dem engerFamilienangehöriger sowie Material aus dem politisch-historischen Zeitgeschehen. InRezensionen hat das von Erofeev als Roman bezeichnete Werk dieGenrebezeichnungen ?Dokumentarroman?, ?Autobiographie? oder ?Memoiren? erfahren. Vor diesem Hintergrund wird dem Verhältnis zwischen realem Autor und Erzählerfigur und dem Spiel mit diesen Instanzen im Roman nachgegangen.Aus der Situierung des Romans ergibt sich ein Schwerpunkt auf biographischenAspekten im einführenden Teil der Arbeit unter Verwendung außerliterarischerKontexte wie Rezensionen, Erofeevs eigene publizistische Arbeiten und Memoirenliteratur der Eltern des Autors. Es zeigt sich, dass im Roman überFiktion und Nicht-Fiktion reflektiert und mit diesen Konzepten gespielt wird.Im Anschluss erfolgt eine systematische Erzähltextanalyse anhand der Kategorien nach G. Genette. In einem weiteren Schritt befasst sich die Arbeit mit der ambivalenten Selbstdarstellung des Autors in Choro?ij Stalin. Mögliche Motive für Erofeevs selbstironisches Spiel, das bis zur Selbstentblößung geht, werden anhand des Erzähltexts herausgearbeitet.Eine Untersuchung real-historischer literaturpolitischer Zusammenhänge rund um dieHerausgabe des Literaturalmanachs Metropol? (Erofeev warMitherausgeber des Almanachs), auf die Erofeev sich im Roman bezieht, verdeutlichtebenfalls den starken Bezug auf das Selbst des Autors.Schließlich wird die Darstellung der Vaterfigur sowie das Verhältnis von leiblichemVater, Übervater Stalin und Erzählerfigur aufgegriffen und die Positionierung derErzählerfigur in diesem Konfliktfeld untersucht.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis explores the Russian writer Viktor Erofeevs novel Choro?ij Stalin, whichwas published in 2004. Erofeev, in an effort to provoke and attract media attention,ranks himself among the greatest authors of contemporary Russian literature. InChoro?ij Stalin, the fictional and the autobiographical blur. On the one hand, Erofeevfictionalizes historical figures and events. On the other, the novel reflects the author?s career as a writer, and incorporates authentic material from hisown life and the lives of close family members, as well as historical-political material.Using this complexity as a foundation, the thesis investigates the relationship betweenauthor and first-person narrator and its playful handling.The introductory part of the thesis exploresbiographical data gained from non-literary contexts such as reviews, Erofeevs owntexts, and the memoirs of Erofeev?s parents. These sources illustrate the author?splayful use of and reflections on the notions of fiction and non-fiction.Following a plot overview, the narrative is systematically analyzed with the help ofanalytical categories developed by Gérard Genette. The novel centers on theunfolding of the narrator?s personality. The thesis discusses contradictorypresentations of the self in the novel. Based on the narrative andpublished reviews, the thesis discusses possible motives for Erofeevs self-ironic play,which leads to self-exposure and lays the self open to ridicule. The thesis usesauthentic historical and literary-political material, such as the issues surrounding thepublication of the literary almanac Metropol? (which Erofeev co-edited), toexpose strong references to the author?s self in the novel.In its final chapter, the thesis explores the depiction of the father figure against thebackground of Stalinist propaganda machine in the 1930s. The analysis examines the narrator?s reflections on the relationsbetween father, son, and dominant father figure Stalin.