Titelaufnahme

Titel
Kreativ gegen Leerstand : eine soziologische Untersuchung über die Nutzer_innen der Zwischennutzungsagentur in Berlin-Neukölln / Mara Sophia Verlic
Verfasser/ VerfasserinVerlic, Mara Sophia
Begutachter / BegutachterinGasser-Steiner Peter
Erschienen2010
UmfangV, 107 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Berlin-Neukölln / Zwischennutzung / Berlin-Neukölln / Zwischennutzung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20359 Persistent Identifier (URN)
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Kreativ gegen Leerstand [0.98 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Form von Hausbesetzungen, ephemerer Architektur oder Zwischennutzungen sind Phänomene des temporären Urbanismus ein bedeutendes Thema in aktuellen theoretischen wie praktischen Auseinandersetzungen mit der Stadt. In dieser Arbeit wird die Zwischennutzungsagentur, ein Berliner Stadtentwicklungsbüro, untersucht, das gegen den Leerstand im Gewerbebereich in einigen Gebieten des Bezirks Neukölln vorgeht. Die Agentur vermittelt dabei ? finanziert durch öffentliche Gelder ? zwischen Nutzungsinteressierten und Immobilieneigentümer_innen und bemüht sich um die Aushandlung fairer Mietkonditionen. In einer dreimonatigen Feldstudie wurden die Wahrnehmungen, Einschätzungen und Perspektiven von Nutzer_innen, die bereits einen Gewerberaum in Neukölln vermittelt bekommen haben, untersucht, wobei sich Veränderungsprozesse im Stadtteil, die Rolle der Zwischennutzungsagentur und die Position der Nutzer_innen selbst als zentrale Themen herausstellten. Der Zuzug junger Kreativschaffender in einen sozial benachteiligten Bezirk wird im Spannungsfeld zwischen Reaktivierung des Leerstandes und sozialer Aufwertung des Gebiets einerseits und andererseits der Gefahr der Gentrifizierung, also der Verdrängung sozial benachteiligter Bewohner_innen, dargestellt.In Interviews und Beobachtungen traten eine Reihe ambivalenter Beschreibungen und Beurteilungen zu Tage, die auf eine potentielle Gentrifizierung der Stadtteile als nicht-intendierte Konsequenz der Handlungen der Zwischennutzungsagentur und der Nutzer_innen hindeuten.

Zusammenfassung (Englisch)

In the form of temporary uses, squatting and ephemeral architecture temporality has become an important issue in current theoretical and practical examinations of cities. This paper analyses the Zwischennutzungsagentur, an urban development agency in Berlin, which tackles empty storefronts in some areas in the district of Neukölln. The agency - funded by public money - mediates between people seeking a store and property owners with the aim of negotiating fair rental terms. In a three-month field study I examined the perception of users who have already rented a store provided by the Zwischennutzungsagentur: processes of change in the urban area, the role of the Zwischennutzungsagentur and the position of the users themselves turned out to be the main topics. The influx of young creatives into a deprived district may lead to reactivation of empty storefronts and social upgrading of the area on the one hand but also poses the threat of gentrification to disadvantaged inhabitants on the other hand. The interviews and observations generated ambivalent accounts and evaluations, revealing a potential gentrification process as an unintended consequence of the actions of the agency and the users.