Titelaufnahme

Titel
Eine prozessanalytische experimentelle Untersuchung zur Validierung einer Entscheidungsheuristik mittels Blickbewegungsregistrierung / Ralph Pail
Verfasser/ VerfasserinPail, Ralph
Begutachter / BegutachterinKörner Christof
Erschienen2010
Umfang138 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Blickbewegung / Entscheidungsfindung / Heuristik / Blickbewegung / Entscheidungsfindung / Heuristik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20232 Persistent Identifier (URN)
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Eine prozessanalytische experimentelle Untersuchung zur Validierung einer Entscheidungsheuristik mittels Blickbewegungsregistrierung [0.7 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zur Erklärung menschlichen Entscheidungsverhaltens wurden viele Theorien formuliert. Ein neues Modell ist die Priority-Heuristik (Brandstätter, Gigerenzer & Hertwig, 2006). Diese sagt bei einfachen Glücksspiel-Problemen die Entscheidungen voraus und beschreibt den Entscheidungsprozess. Pachur, Hertwig, Gigerenzer und Brandstätter (in press) lieferten einen aktuellen Beitrag in der Diskussion um die Heuristik. Mittels Mouselab untersuchten sie bei Zwei-outcome-Problemen die Validität der Heuristik. Ihre Untersuchung 2 wurde in der Diplomarbeit repliziert. Weitere Untersuchungen zu eigens konstruierten Zwei- und Drei-outcome-Problemen, sowie zur Unterscheidung von Lese- und Entscheidungsphase im Prozess erfolgten. Insgesamt 40 Personen wurden in zwei Blöcken Zwei- bzw- Drei-outcome-Probleme präsentiert, einer Hälfte in horizontaler, der anderen in vertikaler Bildschirmanordnung. Erstmalig wurde die Blickbewegungsmessung für die Überprüfung einer jungen Heuristik verwendet. Erfasst wurden die getroffenen Entscheidungen, die Entscheidungszeiten und die Betrachtungs-Häufigkeiten. Bei beiden Problemarten ergab sich eine hohe Vorhersagegenauigkeit der Heuristik bei den getroffenen Entscheidungen. Die Entscheidungszeit-Vergleiche konnten die PH nicht stützen. Die Analyse der Betrachtungs-Häufigkeiten hob die Bedeutung der maximalen outcomes stärker hervor. Dies scheint aber eine Folge der im deutschen Sprachraum vorherrschenden Leserichtung und der Stellung der maximalen outcomes bei den Bildschirmanordnungen zu sein. Die Blickbewegungsmessung lieferte überraschende Ergebnisse und erwies sich als empfehlenswert für die zukünftige Entscheidungsforschung.

Zusammenfassung (Englisch)

To explain human decision behaviour, a great number of theories had been formulated. A new model is the priority-heuristic (Brandstätter, Gigerenzer & Hertwig, 2006) This heuristic predicts both decisions and decision processes at solving simple monetary gamble problems. Pachur, Hertwig, Gigerenzer and Brandstätter (in press) afforded a current work to the discussions around the heuristic. They used two-outcome-problems to test its validity. Experiment 2 of their work should be replicated. Also analyses to especially created two- and three-outcome-problems were made. Questions around the claimed reading- and choice-phase were researched. The problems were presented to 40 participants, separated in two blocks of two- and three-outcome-problems. One half of the participants saw the problems in horizontal, one half in vertical display-order. Innovative in this context was the using of eye-tracking. Decisions, durations and the fixations-frequencies were recorded. The heuristic predicted decisions very well at both forms of problems, while duration-comparisons did not affirm the hypotheses. The analyses of the fixation-frequencies showed a higher impact of the maximum outcomes. But this was most likely the consequence of the in german language area used reading-direction. Eye-tracking presented surprising findings and is advisable for future research in decision behaviour.