Titelaufnahme

Titel
Komplexe Satzkonstruktionen und und ihre Beschreibung : mit einer kleinen Einführung in Chaining-Strukturen im Klassischen Tibetisch / vorgelegt von Sonja Hepflinger
Verfasser/ VerfasserinHepflinger, Sonja
Begutachter / BegutachterinVollmann Ralf
Erschienen2010
Umfang137 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Tibetisch / Syntax / Tibetisch / Syntax / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-20172 Persistent Identifier (URN)
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Komplexe Satzkonstruktionen und und ihre Beschreibung [1.62 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im ersten Kapitel dieser Diplomarbeit wird einführend auf die Chaining-Struktur der klassischen Tibetischen Schriftsprache hingewiesen und ein Überblick über die Arbeit gegeben. Danach folgt in Kapitel 2 eine zusammenfassende Abhandlung über die möglichen Verbindungsarten von Sätzen, was deutlich macht, dass Begriffe wie "Satz" genauer definiert werden müssen. Dafür werden unterschiedliche Perspektiven aufgezeigt. Kapitel 3 gibt einen kurzen Überblick über verschiedene Theorien über die Grammatik und erklärt die von Lehmann (1988) aufgestellten Parameter, der Koordination und Subordination nicht als Dichotomie, sondern als Kontinuum betrachtet. Im darauffolgenden Kapitel werden die üblichen Kategorien besprochen, die für komplexe Ereigniskonstruktionen herangezogen werden; zu ihnen zählen Nebenordnung (Koordination), Attributsätze, Ergänzungssätze, Adverbialsätze, Satzausbauformen und serielle Verbkonstruktionen. Ein anderes Konzept ist das der "Chaining-Strukturen" (Longacre 1985), die in Sprachen auftreten, die das Problem der Satzverkettungen anders lösen und keine Wahlmöglichkeit zwischen Unter- und Nebenordnung bereit stellen. Solche Strukturen sind im Klassischen Tibetisch zu finden. Kapitel 5 und 6 beschäftigen sich mit dieser tibeto-burmesischen Sprache und zeigen das Vorhandensein von Chaining-Strukturen an einigen genau untersuchten Textausschnitten, wobei auch verschiedene Stile berücksichtigt werden und andere Textsorten sowie die "moderne Umgangssprache" (Lhasa) als Vergleich herangezogen werden. Lehmanns (1988) Parameter werden erstmals für das Klassische Tibetisch verwendet, was neben den Chaining-Strukturen auch das Vorhandensein von stärker integrierten Teilsätzen ? Komplementsätze, Attributsätze und Objekt- bzw. Subjektsätze ? deutlich macht. Ein Vergleich mit gesprochenen modernen Varianten der tibetischen Sprache zeigt außerdem, dass sich ein syntaktischer Wandel vollzieht, da hier auch syndetische Koordination möglich ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The first chapter of this thesis gives an overview about the topic and a first introduction of chaining structures in Classical Tibetan. Chapter 2 deals with the general possibilities of clause combining and shows the necessity for a clear definition of the German term "Satz" (since it can refer both to 'sentence' or 'clause'), which is seen differently from the syntactical or logical point of view, respectively. An overview of grammar theories follows in chapter 3, leading to the continuum of clause combining from Lehmann (1988) who has described coordination and subordination as extreme poles on a continuum rather than as a dichotomy. The following chapter is focusing on linguistic terms usually used for the description of complex sentence structures, including coordination, attribute clauses, complement clauses, adverbial clauses, object clauses and serial verb constructions. Another concept to deal with are "chaining-structures" (Longacre 1985), a specific way of clause combining, occurring in languages which do not provide the choice between coordinate and subordinate structures. Classical Tibetan, a Tibeto-Burman language described in chapter 5, uses such chaining-structures. They are identified in chapter 6 in some texts of different style by investigating in detail on semantic and syntactic properties of complex structures. Other registers and mainly Modern Tibetan are used for comparison. It is the first work to apply the parameter of Lehmann (1988) for Classical Tibetan, showing not only the use of chaining structures, but also the existence of integrated clauses: complement clauses, attribute clauses and subject/object clauses are classified differently by being more integrated or even embedded in a larger structure. In addition, a comparison with Modern Tibetan shows a syntactic change, since it allows also syndetic coordination.