Titelaufnahme

Titel
Vom Barbier zur Stylistin : von der männlichen Dominanz zum weiblichen Traumberuf ; auf Spurensuche in Graz / vorgelegt von Anna Jernej
Verfasser/ VerfasserinJernej, Anna
Begutachter / BegutachterinSchrutka-Rechtenstamm Adelheid
Erschienen2010
Umfang113 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Friseurhandwerk / Berufswahl / Geschlechterrolle / Geschichte / Friseurhandwerk / Berufswahl / Geschlechterrolle / Geschichte / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-19545 Persistent Identifier (URN)
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Vom Barbier zur Stylistin [0.95 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Seit den 1980er Jahren widmet sich die Volkskunde vermehrt der Thematik, wie sich Geschlecht (?gender?) auf kulturelle Prozesse auswirkt und umgekehrt. In diese Tradition lässt sich die vorliegende Arbeit ?Vom Barbier zur Stylistin? einordnen. Als primäre Fragestellung interessierte, unter welchen Umständen es Frauen möglich war, in einem rein männlich tradierten Handwerk Fuß zu fassen. Dabei muss angemerkt werden, dass es kaum wissenschaftliche Arbeiten gibt, die sich mit der Rolle der Friseurin im Handwerk auseinandersetzen. Nach den notwendigen Begriffserklärungen wurde unter Einbeziehung kulturanthropologischer und nachbarwissenschaftlicher Literatur ein theoretischer Bezug zu Beruf und Geschlecht hergestellt und dargelegt, dass Geschlecht entscheidend für die Art und Weise ist, wie Arbeit organisiert wird, und Arbeit entscheidend für die Konstruktion von Geschlechtlichkeit ist. Da der Beruf des Friseurs jahrhundertelang eine männliche Domäne war, ließ sich durch die Literaturrecherche eine damit einhergehende Rationalisierung und die Ausgrenzung von Frauen nachweisen. Durch die wachsende Berufstätigkeit von Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten auch im Friseurhandwerk zunehmend Frauen eine Rolle. Zunächst als Kundinnen, aber erstmals auch als ausgebildete Fachkraft. Die Analyse eines Friseurfachblattes ermöglichte ein differenziertes Bild der Frau im Friseurberuf zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Aufbauend auf dieser Diskursanalyse wurden in kurzen Abschnitten die einzelnen Jahrzehnte gestreift und der Wandel im Friseurberuf nachgezeichnet. Im empirischen Teil der Arbeit kristallisierten sich bei zwei der drei geführten Interviews folgende Kriterien heraus: Berufswahl, Rollenzuweisung, Selbsteinschätzung, Tradition versus Selbstfindung und, schlussendlich, inwieweit die interviewten Frauen sich im Beruf verankert sehen. Der letzte Punkt brachte die Erkenntnis, dass sich die Friseurinnen positiv mit ihrer beruflichen Tätigkeit identifizierten.

Zusammenfassung (Englisch)

Since the nineteen eighties the cultural anthropology applies itself to the subject of how gender has an impact on cultural processes and vice versa. The work at hand ?From Barber to Stylist? can be integrated in this tradition. The main question was which circumstances made the transfer from a predominantly male dominance in a traditional handicraft to a majority of women in this profession possible. There must be noticed that there are only a few scientifically publications that explain the role of female hairdresser in the said handicraft.After some definitions there are theoretical references to profession and gender. This is made on the base of cultural anthropological and interdisciplinary resources. So it is demonstrated that gender effects to the organization of labor and finally labor determining the construction of sexuality. After being a predominantly male handicraft the profession of stylist and hairdresser is subject to conditions of rationality and even of social exclusion of females. At the beginning of the 20th century more women go to work which leads to a break in the male occupational area, in the first instance as customer but also as qualified worker. A text analysis of a professional journal of the Austrian stylists presents the different and changing images of female stylists from the first two decades of the 20th century. Based on a discourse-analysis several chapters are discussed so that the transfer from the profession barber to hairdresser and stylist could be described.In my field research, especially in two of three interviews, there are following main factors: career choice, assignment of roles, self-assessment, tradition versus self-discovery and at least how women anchorage themselves in their job. Finally the last chapter shows that female hairdressers valuate their profession well.