Titelaufnahme

Titel
Bäuerliches Erbrecht in rechtshistorischer und vergleichender Sicht / vorgelegt von: Andreas Nicolai
Weitere Titel
The law relating to inheritance of farms and forestland seen from the point of law history and a comparative view
Verfasser/ VerfasserinNicolai, Andreas
Begutachter / BegutachterinWesener Gunter
Erschienen2010
Umfang72 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Landwirtschaftliches Erbrecht / Geschichte / Österreich / Landwirtschaftliches Erbrecht / Geschichte / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-19158 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Bäuerliches Erbrecht in rechtshistorischer und vergleichender Sicht [0.36 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die Wurzeln der Beschränkung landwirtschaftlichen Liegenschaftsverkehrs, sowohl von Todes wegen, als auch unter Lebenden, reichen bis ins Mittelalter und noch weiter zurück. Unter der Landesfürstin Maria Theresia erfolgte im August 1770 erstmalig eine umfassende Kodifizierung der bis dahin auf Gewohnheitsrecht beruhenden Verfügungsbeschränkungen.Dies änderte sich aber unter dem Einfluss des aufkommenden Liberalismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Folgen waren eine zunehmende, die Bauern erdrückende Schuldenlast und eine Zerrsplitterung des bäuerlichen Besitzes, bis man sich Ende des 19. Jahrhunderts besann und mit dem Gesetz vom 1. April 1889 besondere Erbteilungsvorschriften für landwirtschaftliche Güter mittlerer Größe erlassen hat. Auch das Anerbengesetz 1958 orientierte sich an diesen beiden landesgesetzlichen Regelungen unter Berücksichtigung der geänderten wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen. Überdauert wurde auch die Familienrechtsreform mit ihren in Grundsätzen, etwa der Gleichberechtigung von Mann und Frau, wiedersprechenden Regelungen und selbst die Novelle 1989 hat den Kern des Anerbenrechts, die Aufrechterhaltung einer mittelständischen landwirtschaftlichen Struktur und das Wohlbestehen des Hofes, als essenziell anerkannt und aufrechterhalten. Inwiefern das Anerbenrecht in seiner heutigen Form auch die Bestrebungen der EU-Kommission zum Abbau der Hürden beim Erben innerhalb der EU überlebt, wird sich erst weisen, gleiches gilt auch für Versuche das Anerbenrecht als unlauteren Wettbewerbsvorteil unserer Bauern auszuhebeln.Dass das Anerbenrecht nur dem Zweck diene, dem Übernehmer den Hof zu guten Konditionen zu übergeben, ist zu kurz gegriffen, es ist ein überaus wichtiges Glied in der Kette wirtschafts- und agrarpolitischer Überlegungen und wert, in seinem Kern gegen jedweden Widerstand aufrecht erhalten zu werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The roots of the limitation of agricultural real estate transaction, both by reason of death, and among the living, date back to the Middle Ages and even further back.During the reign of our country's princess Maria Theresa in August 1770 for the first time a comprehensive codification of hitherto based on common law restrictions on disposal took place.However, this changed under the influence of the emerging liberalism in the second half of the 19th Century.The result was an increasing burden of debt which smothered the farmers and ripped apart the peasant property. Finally, in the end of the 19th Century, at April the 1st of 1889 a law for particular prescriptions concerning the distribution of an estate regarding agricultural properties of medium size was enacted.Also the ?Principal Heir Law? 1958, considering the modified economic and social conditions, was based on these two state-statutorily rules.The family law reform with its contradictory rules concerning the basic principles such as the equality of men and women also survived. Even the novel 1990 recognized the core of the ?Principal Heir Law?, namely the maintenance of the middle-class agricultural structure and the survival of farmyards as essential and maintained it. Time will tell to what extend the ?Principal Heir Law? in its present form will survives the ambitions of the EU Commission to reduce barriers to heir within the EU. The same also applies for the attempt to overturn the ?Principal Heir Law? as an unfair competitive advantage of our farmers. To say, that the ?Principal Heir Law? serves only the purpose to pass the farmyard to the transferee at good terms, is too narrowly considered. It is a very important link in the chain of economic and agricultural policy considerations and deserve to be preserved in its core against any resistance.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 186 mal heruntergeladen.