Titelaufnahme

Titel
"In Ägypten trüge Frau Jelinek den Schleier" : Autozensur in der arabischen Übersetzung von Elfriede Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen" / vorgelegt von Sabine Streminger
Verfasser/ VerfasserinStreminger, Sabine
Begutachter / BegutachterinWolf Michaela
Erschienen2010
Umfang141 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Text dt., teilw. arab.
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Jelinek, Elfriede <Die Liebhaberinnen> / Übersetzung / Arabisch / Zensur / Jelinek, Elfriede <Die Liebhaberinnen> / Übersetzung / Arabisch / Zensur / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-19068 Persistent Identifier (URN)
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"In Ägypten trüge Frau Jelinek den Schleier" [1.33 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

?In Ägypten trüge Frau Jelinek den Schleier.?Autozensur in der arabischen Übersetzung von Elfriede Jelineks Roman'Die Liebhaberinnen'Gegenstand dieser Arbeit ist die 2006 erschienene arabische Übersetzung von Elfriede Jelineks Roman 'Die Liebhaberinnen', die nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen vom Übersetzer vorgenommenen Eingriffe in den Text Kontroversen in der arabischen Welt hervorrief.Es wird von der Hypothese ausgegangen, dass der renommierte Übersetzer Mustafa Maher in seiner Übersetzung bewusst Autozensur verübt hat und dadurch zentrale literarische Strategien Jelineks für das arabische Zielpublikum nicht nachvollziehbar sind. Weiters wird angenommen, dass das arabische Lesepublikum dadurch nicht auf im Roman transportierte gesellschaftliche Missstände aufmerksam wird.Zunächst wird der literarische Kontext der Übersetzung beleuchtet: Im Detail wird auf die arabische Frauenliteratur sowie den Literaturaustausch zwischen der arabischen Welt und Europa eingegangen. Daraufhin werden Elfriede Jelineks Leben und Werk sowie die Jelinek-Rezeption in der arabischen Welt im Allgemeinen und der Übersetzung Al-Aashiqaat (Die Liebhaberinnen) im Besonderen dargelegt, gefolgt von einem Interview mit dem Übersetzer, in dem er zu seiner Vorgehensweise Stellung nimmt. Um die Hypothese zu überprüfen, wird das Analyseinstrumentarium der 12 tendances déformantes von Antoine Berman auf Textstellen aus Jelineks Roman und seiner arabischen Übersetzung angewandt. Die untersuchten Textstellen werden drei verschiedenen Themenbereichen zugeordnet, in denen Jelineks literarische Strategien besonders gut erkennbar sind.Die Hypothese wurde durch die Analyse bestätigt: Von Jelinek eingesetzte literarische Mittel wie der ?Verfremdungseffekt? oder der ?kalte Blick? sind in der Übersetzung nur teilweise oder gar nicht erkennbar, die von der Autorin geübte Gesellschaftskritik ist dadurch für das arabische Zielpublikum nicht bzw. nur in Ansätzen erkennbar.

Zusammenfassung (Englisch)

?In Egypt, Mrs. Jelinek would wear the veil?.Self-Censorship in the Arabic Translation of Elfriede Jelinek?s Novel'Die Liebhaberinnen'This thesis examines the Arabic translation of Elfriede Jelinek?s novel 'Die Liebhaberinnen', published in 2006. Not least because of the renowned translator?s numerous interventions in the text, the Arabic translation has caused several controversies in the Arabic world.My assumption is that Jelinek?s central literary strategies can only partly be understood by the Arabic target audience owing to Mustafa Maher?s deliberate strategies of self-censorship. Therefore, the Arabic audience does not take notice of the social injustice addressed in the novel.First, the translation?s literary context is explored; the introductory chapter deals with Arab women?s literature as well as with Arab-European literature exchange. In what follows, Elfriede Jelinek?s life and work and her reception in the Arab world are examined, followed by the translation?s reception and an interview conducted with the prestigious translator, where he explains his approach. The theoretical framework is based on Antoine Berman?s approach, that is his analytical toolbox of 12 deforming tendencies which is applied to the novel 'Die Liebhaberinnen' and its Arabic translation. The various passages under investigation are assigned to three different subject areas which are especially significant for Jelinek?s literary strategies.The text analysis confirmed the hypothesis: Jelinek?s literary strategies such as the ?alienation effect? and the author?s ?cold eye? are only partly or not at all discernible in the Arabic translation.Therefore, Jelinek?s social criticism is not obvious to the Arabic target audience.