Titelaufnahme

Titel
Geschlechtsrollen-Selbstkonzeptaktivierung in gemischtgeschlechtlichen, kooperativen Vierer-Gruppen : über den Einfluss von Status und geschlechtstypischen Gruppenaufgaben auf das Geschlechtsrollen-Selbstkonzept / eingereicht von: Philipp Korom
Verfasser/ VerfasserinKorom, Philipp
Begutachter / BegutachterinAthenstaedt Ursula
Erschienen[ca. 2010]
Umfang98 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gruppenarbeit / Geschlechterrolle / Selbstbild
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-18937 Persistent Identifier (URN)
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Geschlechtsrollen-Selbstkonzeptaktivierung in gemischtgeschlechtlichen, kooperativen Vierer-Gruppen [0.62 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diplomarbeit untersucht die Abhängigkeit der Geschlechtsrollen-Selbstkonzept (GRS) von Situationsaspekten. Das GRS erfasst das Ausmaß, inwieweit Personen geschlechtsrollenbezogene Inhalte zur Selbstbeschreibung heranziehen (feminines/maskulines Selbstkonzept).Um sowohl die chronische als auch die situationelle Zugänglichkeit es GRS zu testen, wurde die Untersuchung auf zwei Messzeitpunkte aufgeteilt. Zum ersten Messzeitpunkt beantworteten die 160 Probanden/innen frei von Fremdeinflüssen einen schriftlichen und einen computerisierten Fragebogen zum GRS. Zum zweiten Messzeitpunkt wurden in einer Gesprächssituation das Gesprächsthema und der Status manipuliert. Diese Versuchsordnung ermöglicht es, Ergebnisse an der ?üblichen? Aktivierung abzugleichen und so den tatsächlichen Einfluss situationaler Aktivierungsquellen des GRS zu bestimmen. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass enge Zusammenarbeit das feminine Selbst aktivieren kann. Die Studie legt aber eine erweiterte Annahme nahe: In kooperativen Kontexten kommt es häufiger bei statushohen und seltener bei statusniedrigen Personen zu Selbstzuschreibungen mittels femininer Eigenschaften. Statuseffekte haben sich daher ? anders als angenommen ? vor allem in den femininen Skalen des GRS widergespiegelt. Die positive Korrelation mit dem femininen Selbstkonzept (statushohe Personen beschreiben sich feminin) wurde mit der gesteigerten interpersonalen Sensitivität von Führungspersonen begründet. Gemäß den Postulaten der Theorie der Erwartungszustände sollten die Gruppenthemen entweder den Männern oder den Frauen einen höheren spezifischen Status zuweisen. Diese Annahme bestätigte sich sehr begrenzt. Männer, die über Motorräder diskutieren, aktivieren in einem kooperativen Kontext ihr feminines Selbst nicht. Eindeutige Geschlechtsunterschiede zeigten sich in der chronischen Zugänglichkeit des GRS. Diese Unterschiede sind jedoch relativ stabil - die Studie konnte die starke Kontextabhängigkeit des GRS nachweisen.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis is an investigation into the context dependency of the gender role self concept (GRS). The GRS is defined as the amount of self-ascribed attributes and behaviors that are assumed to be more typical for men or women. The GRS was measured before and after a social interaction and, thus, a measurement of content-dependent self-concept activation was available. In groups of four two female and two male students worked on tasks with varying gender typicality (masculine vs. feminine). The status of all interacting people was manipulated. A central result is that feminine personality traits are activated by a cooperative context. Moreover, the study informs the reader that in high-status positions people tend to describe them more by referring to female traits/behaviors than in status-low positions. Effects for differences in status are mirrored ? differently as assumed- in varying activation patterns of the female GRS-scales. The positive association between status and the female self-concept can be explained by the greater interpersonal sensitivity of persons in power. The hypothesis deduced from the expectations states approach that male/female group tasks will activate the male/female self concept was only partially confirmed. Men, who discussed motorcycles, did not activate their female GRS, which might indicate that they dominated the situation and did not consider others ?opinion. Straightforward gender differences could be found for the chronical accessibility of the GRS. However, these difference have to be relativized as the study suggests that we have to take the context dependency of the GRS serious.