Titelaufnahme

Titel
"Im Kampf, da warst du gleichberechtigt ...": Der bewaffnete Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Kärnten und der Steiermark aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive / vorgelegt von Christian Konrad
Verfasser/ VerfasserinKonrad, Christian
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart Karin
Erschienen2010
Umfang93 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzKB2010 15f
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Steiermark / Kärnten / Nationalsozialismus / Widerstand / Frau / Steiermark / Kärnten / Nationalsozialismus / Widerstand / Frau / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-18395 Persistent Identifier (URN)
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"Im Kampf, da warst du gleichberechtigt ...": Der bewaffnete Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Kärnten und der Steiermark aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive [0.49 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Während des Zweiten Weltkriegs entstanden in Südkärnten und mehreren Gebieten der Steiermark bewaffnete Widerstandsgruppen, die sich dem Kampf gegen das NS-Regime verschrieben und überwiegend kommunistisch orientiert waren.Frauen spielten in diesen Gruppen eine wesentliche Rolle, zum einen als Mitglieder der bewaffneten Einheiten, zum anderen als Aktivistinnen der Bodenorganisationen, welche die Infrastruktur für den Widerstand schufen. Zwischen den Gruppen in der Steiermark und jenen in Kärnten lassen sich v.a. hinsichtlich der Integration der Frauen in die bewaffneten Einheiten große Unterschiede feststellen ? während die Präsenz von Frauen in den kärntnerischen Bataillonen keine Seltenheit war, sind sie in den steirischen Kampfeinheiten nur vereinzelt nachweisbar. Die PartisanInneneinheiten boten v.a. den aus bäuerlichen Milieus stammenden Frauen im Vergleich zum zivilen Leben eine enorme Erweiterung ihrer Handlungsräume in Form eines breiten Aufgabenspektrums. Die Mitglieder der kärntnerischen Einheiten erhielten überdies politische Schulungen, die nicht zuletzt bei den Frauen, die meist nur über geringe Schulbildung verfügten, zur Stärkung des politischen Bewusstseins führten und auch über das Kriegsende hinauswirkten. Von ihren Gegnern wurden die PartisanInnen einerseits durch sexualisierende und andererseits durch dehumanisierende Stereotypen diffamiert, die sich nicht zuletzt in ritualisierten Gewaltakten von auffallender Brutalität materiell manifestierten. Nach dem Krieg kam es zu einer Kriminalisierung der ehemaligen PartisanInnen und ihrer Aktivitäten, wie auch zu einer spezifischen Diskriminierung der Frauen in diesem Kontext, etwa im Bereich der Opferfürsorge.Der baldigen Marginalisierung des weiblichen Anteils am bewaffneten Widerstand im Rahmen der Erinnerungskultur stand die Herausbildung eines neuen Selbstbewusstseins der ehemaligen Widerstandskämpferinnen, das sich v.a. im privaten Kontext zeigte, gegenüber.

Zusammenfassung (Englisch)

During World War II armed resistance groups (mainly of communist background) were formed in southern Carinthia and several regions of Styria in order to fight against the national socialist regime. Women played a significant role in the activities of these groups, being members of armed formations as well as activists of the basic organizations which supplied the infrastructure for armed resistance.Between partisan groups in Styria and those in Carinthia some differences can be noticed, especially concerning the integration of women into armed units which was more common in Carinthia than in Styria.Engagement in armed resistance widened womens? possibilities of agency compared to civil life, especially for those stemming from rural milieus, providing them a broad range of different tasks. Members of carinthian partisan groups also were sent to political courses which strengthened in particular womens? political awareness (who often just had a low degree of school education) and, in this way, were effective way beyond the end of the war.The national socialist propaganda tried to slender the partisans by using sexualizing (calling them ?whores? and ?rapists?) and dehumanizing (describing female partisans as ?Flintenweiber?) stereotypes, which manifested themselves finally in ritualized violent acts of striking brutality.After the war former partisans and their activities were often criminalized ? women were specifically discriminated in the context of legal care for victims of national socialism.The female part in armed resistance was soon marginalized by collective memory. This was contrasted by a grown self-confidence of the women who had taken part in armed resistance.