Titelaufnahme

Titel
Die USA als Zielland von Migration aus Mexiko : eine Analyse der US-amerikanischen Einwanderungsgesetzgebung und ökonomischer Prozesse von 1942 bis 2001 / vorgelegt von Katrin Theresia Horngacher
Verfasser/ VerfasserinHorngacher, Katrin Theresia
Begutachter / BegutachterinStaudinger Eduard
Erschienen2010
Umfang130 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)USA / Einwanderungspolitik / Geschichte 1942-2001 / USA / Einwanderungspolitik / Geschichte 1942-2001 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-18115 Persistent Identifier (URN)
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Die USA als Zielland von Migration aus Mexiko [6.55 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die US-amerikanische Immigrationsgesetzgebung zeichnete sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch eine äußerst ambivalente Haltung gegenüber der massiven Migrationsbewegung aus Mexiko aus: Die legalen Möglichkeiten der Einreise für MexikanerInnen wurden zunehmend dezimiert ? gleichzeitig wurde den undokumentierten mexikanischen MigrantInnen die Hintertür der Grenze nie wirklich versperrt. Dies erklärt sich dadurch, dass die illegalisierten und kriminalisierten MigrantInnen der US-Wirtschaft als leicht ausbeutbare, billige Arbeitskräfte dienten und die US-Unternehmen die flexible mexikanische Arbeitskraft sehr schätzten ? sie wurde schlecht bezahlt, konnte in Zeiten der Hochkonjunktur leicht engagiert sowie bei wirtschaftlichen Krisen noch leichter wieder entlassen werden. Die im Laufe der Jahre zunehmend restriktivere Migrationspolitik verwehrte den MexikanerInnen Grundrechte wie freie Arbeitsplatzentscheidung, Bewegungsfreiheit oder Recht auf gerechte Bezahlung. Die Hauptmotivation hinter der Migrationsgesetzgebung war wirtschaftlicher Natur, die Lobbies der US-amerikanischen Firmen übten immensen Einfluss auf die GesetzgeberInnen aus und konnten ihre Interessen umfassend durchsetzen, was sich sehr nachteilig auf die Rechte und Lebensumstände sowohl der illegalen als auch der legalen mexikanischen MigrantInnen auswirkte. Deren Rechtsansprüche spielten in den Verhandlungen über Reformen der Migrationsgesetzgebung eine untergeordnete bzw. keine Rolle. Diese Entwicklungen führten zu dem bizarren Zustand, dass parallel zur profunden wirtschaftlichen Integrationstendenz zwischen den USA und Mexiko eine wachsende Isolierung der Arbeitsmärkte kreiert wurde, die die mexikanische Bevölkerung offiziell an der Einreise in die USA hindern sollte. Ich komme aber zu dem Ergebnis, dass die eigentliche Intention dieser doppelbödigen Form der Migrationsgesetzgebung auf eine extensive Entrechtung der ArbeiterInnen abzielte, um sie damit ausbeutbarer zu machen.

Zusammenfassung (Englisch)

The U.S. American migration legislation of the second half of the 20th century features a strictly ambivalent stance on the massive migration from Mexico to the U.S.: Legal entrance possibilities for Mexicans have been increasingly depleted ? simultaneously the backdoor has never really been closed for undocumented Mexican migrants. The reason for this mindset is that illegalized and criminalized migrants have provided the U.S. American economy with easily exploitable and cheap labor and that U.S. American companies have extremely appreciated the profoundly flexible Mexican workforce. Mexicans have been facing poor wages, they were easily recruited in times of economic booms and were even more easily disposable in times of market crisis. The more and more restrictive migration policy refused Mexicans basic rights such as free decision of employment, freedom of movement or the right to fair remuneration. This was achieved by the migrants fundamental disfranchisement which was codified by repressive and military border policies. The main incentive of the various migration policies from 1942 to 2001 was economic reasoning; the U.S. American business lobbies have exerted immense influence on law reformers and have been able to comprehensively enforce their interests, which have had very unfavorable and harmful consequences for the rights and personal living condition of both legal and illegal Mexican migrants. Their legal claims were all but irrelevant in negotiations over migration policy reforms. These developments have lead to the bizarre status that simultaneously to a profound economic integration between the U.S. and Mexico, a growing isolation of the labor markets has been created, which officially should inhibit Mexicans of entering U.S. territory. I have come to the conclusion, however, that the underlying intention of this ambiguous form of migration policy was the migrants extensive disfranchisement so that they could be exploited more profoundly.