Titelaufnahme

Titel
Kontrolle und Widerstand - Literaturbetrieb und Medienpolitik während der Apartheid / vorgelegt von Bernd Hierzer
Verfasser/ VerfasserinHierzer, Bernd Christian
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart Karin M
Erschienen2010
Umfang119 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Südafrika <Kontinent> / Medienpolitik / Literarisches Leben / Apartheid / Geschichte 1948-1994 / Südafrika <Kontinent> / Medienpolitik / Literarisches Leben / Apartheid / Geschichte 1948-1994 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-18014 Persistent Identifier (URN)
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Kontrolle und Widerstand - Literaturbetrieb und Medienpolitik während der Apartheid [0.68 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Literaturbetrieb und der zugrundeliegenden Medienpolitik in Südafrika während der Apartheid. Dabei geht sie von der Grundannahme aus, dass Institutionen die literarische Produktion nachhaltig beeinflussen. Dabei orientiert sich die Arbeit am gewählten Paradigma Kontrolle und Widerstand. Es wird gezeigt, wie fiktionale Literatur dazu herangezogen wird, politische Ziele und Hegemonieansprüche zu erreichen. Um diese Prozesse offenzulegen, untersucht die Arbeit in drei umfassenden Kapiteln unterschiedliche Handlungsfelder. Das erste Kapitel befasst sich vorrangig mit der Funktionalisierung der fiktionalen Literatur als Waffe im Befreiungskampf. In diesem Sinn zeigt die Arbeit, dass der Literaturbetrieb aufgrund der sukzessiven Verweigerung jeglicher politischer Partizipation oppositioneller Organisationen zum Betätigungsfeld für politische Agitation herangezogen wird. Anhand einer Analyse der Kulturpolitik des ANC, den theoretischen Schriften zweier Autorinnen, der Beschreibung von während der Apartheid tätigen Autorenvereinigungen und der inhaltlichen Entwicklung bei internationalen Konferenzen wird diese These untermauert. Das zweite Kapitel zeigt die Tätigkeit und interne Entwicklung des von den Trägern der Apartheid institutionalisierten Kontrollapparats. Das dritte Kapitel zeigt der eingehend formulierten These folgend die große Bedeutung der Produktionsbedingungen auf. Den Abschluss bildet eine Einbettung der Ergebnisse in das Bourdieusche Konzept der Diskurskontrolle. Zusätzlich erfährt der südafrikanische Literaturbetrieb nach dem von Golomschtok formulierten Fundament einer totalitären Kunst eine retrospektive Bewertung, die zu dem Schluss kommt, dass sich bei dem durch die Apartheid protegierten und durch repressive Kontrollinstrumente geformten Literatur- und Kulturbetrieb totalitäre Züge nachweisen lassen, die ebensolche Rückschlüsse auf das übergeordnete politische System der Apartheid nach sich ziehen.

Zusammenfassung (Englisch)

The presented paper deals with the literary field and the related media policy in South Africa during Apartheid. Its basic thesis is that institutions sustainably influence literary production.The paper mainly focuses on the chosen paradigm which consists of control and resistance. It is shown how fictional literature is used to reach political goals and hegemony. In order to show this process, the paper researches different sections and areas in three extensive chapters. The first chapter mainly deals with functionalisation of fictional literature as a weapon in the struggle for freedom. As a consequence the paper shows that the literary field becomes a field of political agitation because of the ongoing denial of political participation by any opposing organisation. This thesis is supported by the analyses of firstly the cultural policy of the ANC, secondly the theoretical essays by two writers; thirdly by a description of active groups of writers during Apartheid, and fourthly the development of contents during international meetings. The second chapter shows the activity and the internal development of the instituzionalised control by the authorities of Apartheid. The third chapter shows - following the thesis as mentioned above - how important the conditions of publishing are whilst analysing the literary field. As a conclusion the results are embedded into the concept of control of discourse by Bourdieu. In addition to this the South African literary field is retrospectively assessed according to the foundation of totaltarian art as it is formulated by Golomschtok. This analysis concludes that totalitarian characteristics can be proved in the South African literary field which has been formed by promoting and repressive controlling instruments through the authorities of Apartheid. These insights lead to similar conclusions according to the assessment of the political system of Apartheid in general.