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Titel
Elektrokortikale Korrelate der Zahnbehandlungsphobie : eine EEG-Studie mit Symptomprovokation / Katrin Kurzmann
Verfasser/ VerfasserinKurzmann, Katrin
Begutachter / BegutachterinSchienle Anne
Erschienen2010
Umfang132 Bl. : Zsfassung ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Zahnärztliche Behandlung / Phobie / Elektrokortikogramm
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-17856 Persistent Identifier (URN)
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Elektrokortikale Korrelate der Zahnbehandlungsphobie [4.41 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Studie ging der Frage nach, in wie weit sich Individuen mit Zahnbehandlungsphobie in späten Komponenten ereigniskorrelierter Potentiale (ERPs) von gesunden KontrollprobandInnen unterscheiden. Ein weiteres Augenmerk lag auf der subjektiven Einschätzung verschiedener Emotionen in Bezug auf emotionales Bildmaterial, sowie auf möglichen Zusammenhängen zwischen der Furcht vor Blut und Spritzen und der habituellen Ekelempfindlichkeit mit dem Ausprägungsgrad der Zahnbehandlungsphobie. Es wurden 34 Frauen im Alter zwischen 19 und 44 Jahren rekrutiert und eindeutig der Phobiegruppe bzw. Kontrollgruppe zugeteilt. Während der Darbietung von neutralen, Ekel- und Angstbildern sowie phobischem Bildmaterial wurde ein EEG aufgezeichnet. Die statistischen Analysen der ereigniskorrelierten Potentiale in den Zeitfenstern zwischen 350 und 500 ms (P300) und zwischen 550 und 770 ms (LPP) ergaben, dass Phobikerinnen mit einer größeren P300-Amplitude auf Zahnbilder reagieren als Kontrollprobandinnen und dass die P300- und LPP-Amplituden bei Phobikerinnen bei Betrachtung der Zahnbilder bedeutsam größer sind als bei neutralem Bildmaterial. Auch bei Kontrollprobandinnen sind die P300- und LPP-Amplituden bei emotionalen Bildern größer als bei neutralen Stimuli. Die Analyse der empfundenen Emotionen zeigte, dass Phobikerinnen die Zahnbilder unangenehmer und erregender empfinden als Kontrollen. Außerdem ist bei ihnen phobisches Bildmaterial mit mehr Angst, Ekel, Ärger, Trauer und Überraschung verbunden als bei Kontrollen. Phobikerinnen haben auch mehr Angst vor Blut und Spritzen und ihre Ekelempfindlichkeit ist in Teilbereichen stärker ausgeprägt als bei Kontrollprobandinnen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die P300- und LPP-Komponente auch bei Zahnbehandlungsphobikerinnen Indikatoren einer selektiven Verarbeitung motivational bedeutsamer Reize darstellen und im Kontext der Theorie der ?Motivated Attention? (Lang, Bradley & Cuthbert, 1997) interpretiert werden können.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study wanted to investigate, how far individuals with dental phobia differ from healthy controls in the late components of event-related potentials (ERP). Another aim was to prove the individual evaluation of different emotions relating to emotional pictures. Additionally, possible relations between the fear of blood and injections as well as the disgust sensibility with the amount of dental fear were proven. To survey these objectives 34 women, all between 19 and 44 years old, were recruited and explicitly distributed to either the phobia group or the control group. During the presentation of neutral, disgusting, fear-inducing and phobic visual stimuli an electroencephalography was recorded. The statistical analysis of the event related potentials in the time frames between 350 and 500 ms (P300) and between 550 and 770 ms (LPP) demonstrated that phobic women show larger P300-amplitudes than controls while viewing phobic pictures. Phobics are also characterized by significant larger P300- and LPP-amplitudes when viewing phobic compared to neutral stimuli. Also the P300- and LPP-amplitudes of controls are larger when viewing emotional pictures in comparison with neutral ones. The analysis of the experienced emotions showed that phobic pictures are perceived as more arousing and more unpleasant by phobics than by controls and that phobic stimuli are related to more fear, disgust, anger, mourning and surprise in phobic women than in controls. Phobics are also characterized by greater fear of blood and injections and their disgust sensibility is in some aspects more pronounced than in controls. The results of the present study show that the P300- and LPP-components display indicators of a selective processing of motivational stimuli in patients with dental phobia too and can be interpreted in the context of the ?Motivated Attention?-theory (Lang, Bradley & Cuthbert, 1997).