Titelaufnahme

Titel
Alternative Ertragsmodelle in der digitalen Ökonomie / Bodo Fink
Verfasser/ VerfasserinFink, Bodo
Begutachter / BegutachterinSchleicher Stefan ; Steininger Karl
Erschienen2010
UmfangVI, 241 S. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2010
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Musikwirtschaft / Internet / Wirtschaftsmodell / Musikwirtschaft / Internet / Wirtschaftsmodell / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-17598 Persistent Identifier (URN)
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Alternative Ertragsmodelle in der digitalen Ökonomie [3.42 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Für das Jahr 2008 wird die Zahl illegal getauschter Musiktitel auf 40 Milliarden geschätzt, d.h. weltweit werden ca. 95 Prozent der Musiktitel kostenlos aus dem Internet bezogen. Die Musikindustrie bekämpft diese Entwicklung mit einer rechtlichen Offensive sowie Kopierschutzmaßnahmen. Unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie der Aufmerksamkeitsökonomie, Zugang statt Eigentum, Netzwerkeffekte, Gerechtigkeit und freiwillige Spenden wird die Situation anhand einer analytischen Modellierung untersucht. Von drei Nutzergruppen ausgehend, werden drei verschiedene Ertragsmodelle analysiert. Die analytische Modellierung bezieht sich dabei sowohl auf Musik CDs als auch auf Konzerte und berücksichtigt in Form von Exkursen sowohl die Konkurrenz reiner Konzertveranstalter als auch den Fall, in dem zwei Musikgruppen untereinander aus Sicht der Nutzer substituierbar sind und somit verschiedene Ertragsmodelle konkurrieren. Anschließend werden die volkswirtschaftlichen Aspekte der verschiedenen Ertragsmodelle aufgezeigt. Aus Sicht der Musikindustrie ist der Einsatz von Kopierschutzmechanismen nur dann sinnvoll, wenn die Konsumenten den Besitz der originalen, physischen CD als nützlich oder wertvoll empfinden bzw. solange den positiven Netzwerkexternalitäten seitens der Konsumenten kein besonders hoher Wert zugemessen wird. Mehr Einnahmen können jedoch aufgrund der bei den Konzerten stärker presenten Netzwerkeffekten ohne Kopierschutz erzielt werden. Durch den Verzicht auf Kopierschutzmaßnahmen steigt in diesem Fall auch das volkswirtschaftliche Wohlfahrtsniveau, da grundsätzlich jeder Interessierte die Musik kostenlos über P2P-Netzwerke beziehen kann. Der Großteil der Künstler profitiert darüber hinaus vom Einsatz von P2P-Netzwerken und dem Verzicht auf Kopierschutzmaßnahmen, insbesondere in Hinblick auf Konzerttätigkeiten. Es werden auch die Bedingungen aufgezeigt, die das Modell der freiwilligen Spende zu einer Alternative für die Künstler machen.

Zusammenfassung (Englisch)

According to estimates, 40 billions of music files were shared illegally in the year 2008. This means that nearly 95 percent of all digital music files were downloaded for free. The music industry is fighting music piracy through legal offensives and copy protection. Taking into account different aspects like the attention economy, access instead of ownership, network effects, equity and voluntary donations, an analytical model is presented in order to analyze the topic from different views. Three distinct revenue models are introduced, keeping in mind three distinct user groups and considering music CDs and concerts as products. A side note to the topic presents the increasing competition between music and concert industries. It also refers to the case of two music groups which are considered to be completely exchangeable by potential users, but which lack any monopolistic power. Furthermore, the economic aspects and consequences of the three distinct revenue models are discussed. Copy protection measurements guarantee top earnings to the music industry, provided that music users value the ownership of a physical CD or that network effects bring no additional values to its users. As a matter of fact, higher earnings can be achieved without any copy protection measurements at all if network effects are valued by consumers and if concerts, which have a higher rate of network effects, are taken into consideration, too. In the latter case, also the welfare is higher than in the case of copy protection: since anyone can obtain all the music she or he wants (as long as an internet connection is available), no deadweight loss exists. Moreover, most of the artists are better off without any copy protection, especially if they give concerts. Finally, it is also shown under which circumstances the voluntary donation model can be a valuable alternative for artists.