Titelaufnahme

Titel
Die Wahrnehmbarkeit erstinstanzlicher Verfahrensmängel im Revisionsverfahren / von Nicole Rieger
Weitere Titel
The perceptibility of first court deficits in appeal procedings
Verfasser/ VerfasserinRieger, Nicole
Begutachter / BegutachterinNunner-Krautgasser Bettina
Erschienen2010
UmfangVII, 92 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Verfahrensmangel / Revision / Österreich / Verfahrensmangel / Revision / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-17555 Persistent Identifier (URN)
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Die Wahrnehmbarkeit erstinstanzlicher Verfahrensmängel im Revisionsverfahren [0.39 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Wahrnehmung von erstinstanzlichen Verfahrensmängeln ist im Revisionsverfahren nur in einem engen Rahmen möglich. Erstinstanzliche Nichtigkeiten sind vom OGH in der Revision nur dann aufzugreifen, wenn nicht bereits das Berufungsgericht das Vorliegen einer Nichtigkeit verneint hat, und auch sonst keine den OGH bindende Entscheidung über die in Frage stehende Nichtigkeit vorliegt. Dass vom Berufungsgericht verneinte erstinstanzliche Nichtigkeiten im Revisionsverfahren nicht mehr wahrgenommen werden können, ist auf § 519 ZPO zurückzuführen. Diese Grundsätze finden auch in vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Verfahren und im arbeits- und sozialgerichtlichem Verfahren Anwendung.Da § 519 ZPO nur auf Nichtigkeiten unmittelbar anwendbar ist, ziehen die Rspr und ein Teil der Lehre den folgenden Größenschluss: Wenn schon eine Nichtigkeit der Kognitionsbefugnis des OGH nach Verneinung durch das Berufungsgericht entzogen ist, so muss dies erst recht für die weniger schwerwiegenden einfachen Verfahrensmängel gelten. Ein großer Teil der Lehre versuchte diesen Größenschluss zu widerlegen; allerdings erfolglos, da der OGH an dieser Rspr festhält.Erstinstanzliche einfache Verfahrensmängel sind in dritter Instanz weiters dann nicht wahrnehmbar, wenn sie im Berufungsverfahren nicht geltend gemacht wurden. Dies gilt auch im arbeits- und sozialgerichtlichem Verfahren. In vom Untersuchungsgrundsatz dominierten Verfahren können erstinstanzliche einfache Verfahrensmängel im Revisionsverfahren auch dann wahrgenommen werden, wenn sie in der Berufung nicht gerügt wurden, oder das Berufungsgericht ihr Vorliegen bereits verneint hat.

Zusammenfassung (Englisch)

The perception of first court procedure faults in the revision is only possible in a narrow frame. The supreme court has to pick up nullities of the first authority, if the court of appeal has not denied the presentation of nullities, and also no other decision about the relevant nullity exists. The fact that from the appeal court denied first instance lacks can not be checked by the supreme court is due to § 519 Code of civil procedure. These rules also find application in procedures, which are dominated from the investigation principle and in working/social-judicial procedures.Since § 519 Code of civil procedure is immediately applicable only on nullities, the jurisprudence and a part of the apprenticeship draw the following extent-conclusion: If already a nullity can not checked by the supreme court, after the court of appeal has denied the concerned nullity, this must count more than ever for less serious simple procedure faults. A great part of the apprenticeship tried to disprove this maxim; admittedly unsuccessfully, because the supreme court sticks to this jurisdiction.Simple procedure lacks caused by the first instance are not discernible in the third authority furthermore when they were not asserted in appeal proceedings. This also counts in working- and socials-judicial procedures. In procedures, which are dominated from the investigation-principle, procedure lacks caused by the first instance can be apprehended by the supreme court, although they were not claimed in appeal proceedings or the court of appeal has denied them.

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