Titelaufnahme

Titel
Die 'Kanaltaler Option' : nationalsozialistische Umsiedlungspolitik von Minderheiten während des Zweiten Weltkrieges. Ein Beitrag zur Migrationsforschung / vorgelegt von Sibylle Schmiedmeier
Weitere Titel
The 'Kanaltaler Option'. National Socialist resettlement policy of minorities during the Second World War. A contribution to the research of migration
Verfasser/ VerfasserinSchmiedmeier, Sibylle
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart, Karin
Erschienen2010
Umfang153 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzKb2010 25f
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kanaltal / Umsiedlung / Geschichte 1938-1945 / Kanaltal / Umsiedlung / Geschichte 1938-1945 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-16535 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Die 'Kanaltaler Option' [4.18 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Das Kanaltal, das Gebiet des heutigen österreichisch-italienisch-slowenischen Dreiländerecks, ist ein einzigartiger Grenzraum in Europa. Hier treffen drei für Europa prägende Kulturen aufeinander: die deutsche, romanische und slawische Kultur. Noch heute gibt es einen kleinen alteingesessenen deutschen und slowenischen Bevölkerungsteil, der im täglichen Umgang vier Sprachen verwendet, nämlich Italienisch, Friaulisch, Deutsch und Slowenisch.Das Kanaltal war bis 1919 Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel es durch den Friedensvertrag von St. Germain, gleich wie Südtirol, an Italien. Die deutsche und slowenische Bevölkerung des Kanaltals, die bislang die Mehrheit in dem Gebiet bildete, wurde zur Minderheit. Nach der faschistischen Machtübernahme kam es zu Konflikten zwischen den Minderheiten und der ital. Regierung. Die deutsche und slowenische Bevölkerung wurde zu einem "Störfaktor" in den Beziehungen zwischen den seit 1938 aneinander angrenzenden Staaten Italien und dem Deutschen Reich. Um das Verhältnis mit Italien nicht zu gefährden, wurde eine Umsiedlung der so genannten "Volksdeutschen" in das Deutsche Reich beschlossen. Diese Umsiedlung war an eine Option gebunden. Die Menschen hatten die Wahl zwischen dem Verbleib in ihrer Heimat und der Umsiedlung in das Deutsche Reich. Diese Option mit den daraus resultierenden Umsiedlungen ist Thema der vorliegenden Arbeit. Umsiedlungen von "Volksdeutschen" gelten als Teil der nationalsozialistischen Umsiedlungspolitik und der von ihr maßlos betriebenen Bevölkerungsverschiebungen. Das "Kanaltaler Schicksal", das in Anbetracht des 20. Jh. - einem Jahrhundert, das von Flüchtenden, Vertriebenen und unter Zwang umgesiedelten Menschen geprägt ist, nur eine kleine Bevölkerungsgruppe betroffen hatte, ist doch ein weiteres Beispiel für den inhumanen Charakter des Nationalsozialismus. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses nahezu in Vergessenheit geratenen Themas leisten.

Zusammenfassung (Englisch)

The "Kanaltal", the area of today's Austrian-Italian-Slovenian triangle, is a unique border area in Europe. Three cultures, which characterize Europe, meet there: the German, Romanesque and Slavic culture. Even today there are parts of an old-established German and Slovenian population using four languages in their everyday lives: Italian, Friulan, German and Slovene. The "Kanaltal" was part of the Austro-Hungarian monarchy until 1919. After the First World War by the treaty of Saint Germain the area transferred (like South Tyrol) to Italy. The German and Slovene population in the valley, which up to this moment formed the majority, became the minority. After the fascistic assumed power conflicts between the minorities and the Italian government arose. The German and Slovene people became an element of interference in the relations between Italy and the German Reich, which had been neighbours since 1938. In order not to endanger the relationship with Italy, a resettlement of the so-called "Volksdeutsche" was decided upon. This resettlement was combined with an option. The inhabitants were allowed to choose either to remain in their home country, where they had to adapt to the Italian conditions, or to resettle to the Germain Reich, where they hoped for a new better future.This option and the resettlements resulting from it are the topic of the present paper. The resettlements of "Volksdeutsche" by the National Socialist policies during the 20th century, a century characterized by the flight and expulsion duress of the resettled people, concern only a small group of people; however it is a further example of the inhumane character of the National Socialism. This paper should contribute to the reconsideration of this topic, which seems to have fallen into oblivion.

Statistik
Das PDF-Dokument wurde 223 mal heruntergeladen.