Titelaufnahme

Titel
Sinn-, Beziehungs- und Alterskrisen in ausgewählten Werken zeitgenössischer Autoren / eingereicht von Sabina Osmanovic
Verfasser/ VerfasserinOsmanovic, Sabina
Begutachter / BegutachterinBartsch Kurt ; Bolterauer Alice
Erschienen2010
Umfang170 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2010
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Bernhard, Thomas / Walser, Martin / Frisch, Max / Roth, Philip / Lebenssinn <Motiv> / Bernhard, Thomas / Walser, Martin / Frisch, Max / Roth, Philip / Lebenssinn <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-15943 Persistent Identifier (URN)
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Sinn-, Beziehungs- und Alterskrisen in ausgewählten Werken zeitgenössischer Autoren [1.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im Rahmen dieser Arbeit konzentriere ich mich auf ausgewählte Werke Thomas Bernhards, Martin Walsers, Max Frischs und Philip Roths, weil sie diejenigen Aspekte von Sinnkrisen, Alter und Tod am systematischsten darstellen, die ich mir hier zum Ziel gesetzt habe. Es geht mir nämlich nicht nur um die Midlife-Crisis, sondern um den gesamten Lebensabschnitt des körperlichen und geistigen Abstiegs bis hin zum Tod und die Mechanismen der Protagonisten, mit diesen fertig zu werden. Die Neudefinierung des Ichs, Fluchtversuche und die Realität und Unausweichlichkeit des Todes, der Abschied vom Selbstbild des jungen, dynamischen Akteurs, all dies sind Motive, die in der Midlife-Crisis beginnen und in der Endlife-Crisis schließlich ihre volle Wirkungsmacht entfalten. Diese Arbeit soll einen Anfang darstellen, den neuen literarischen Diskurs vom Altern in Kategorien zu fassen und vergleichend zu analysieren. Die Charaktere Bernhards, Walsers, Frischs und Roths erfahren ein leidvolles Ringen um eine sinnerfüllte Existenz, die qualvolle Plage des Alters und die Unausweichlichkeit des nahenden Todes. In all ihrer Unterschiedlichkeit bezüglich Bewältigungsstrategien und Ausgang haben die hier behandelten Werke eines gemeinsam: Sie sind ins Philosophische reichende Abhandlungen über Identitätsbewahrung, Neuorientierung und Sinnstiftung und brechen das Tabu, in einer auf Jugendlichkeit fixierten Gesellschaft Alter, Krankheit und Tod in ihren gegenwärtigen Ausprägungen zu thematisieren. All den Werken ist gemein, dass die Verdrängung des Unvermeidlichen brutal scheitert und zur Ausgangssituation für eine erneute Sinnsuche wird. Eine besondere Rolle nimmt dabei das Schreiben als Vehikel dieser Suche ein. Es ermöglicht noch im körperlichen Niedergang eine Form von Selbstentfaltung und verleiht den verbliebenden Tagen im Leben somit einen Sinn.

Zusammenfassung (Englisch)

Within the framework of this study, I focus on selected works of Thomas Bernhard, Martin Walser, Max Frisch and Philip Roth, because they portray most systematically those aspects of the crisis of meaning, old age and death I attempt to analyze. I do not wish to cover solely the midlife crisis, but the whole phase in life of bodily and intellectual decline until death, and the mechanisms of the protagonists to cope with them. The redefinition of the self, the attempted escape from and the reality and the inevitability of death, the farewell to the self-image of the young, dynamic agent in life all these are motives which start in the midlife crisis and fully unfold their might during the end-life crisis. This study is only meant to be a starting point in order to develop categories for the new literary discourse about ageing and, subsequently, to analyze it in a comparative manner. The protagonists of Bernhard, Walser, Frisch and Roth face a torturous struggle for a meaningful existence, the pains of old age and the inevitable approach of death. With all their differences concerning the strategies to deal with this situation and their final outcomes, the novels treated herein have one point in common: They philosophically deal with the preservation of one's identity, with reorientation in life and with the finding of a new meaning therein. Thus they break the taboo of a society obsessed with youthfulness and bring back old age, illness, and death, in their contemporary forms into the mainstream of literature. They all share the brutal failure of the suppression of the inevitable, which henceforth becomes a new starting point: the beginning of the venture to find a new meaning in life. The process of writing as a means within this search assumes a special role. It still offers the possibility of self-fulfilment despite physical decline and thus gives the protagonists a meaning for the days still left to them.