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Title
Strategisches Vorgehen und Routine beim Übersetzen : eine Analyse der Übersetzungsprozesse von professionellen Übersetzern und Novizen / vorgelegt von Claudia Kropf
AuthorKropf, Claudia
CensorGöpferich Susanne
Published2010
Description107 Bl. : Zsfassung + 2 CD-ROM ; Ill., graph. Darst.
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Annotation
Zsfassung in engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Übersetzung / Arbeitsprozess
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-15765 Persistent Identifier (URN)
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Strategisches Vorgehen und Routine beim Übersetzen [3.89 mb]
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Abstract (German)

Die Diplomarbeit wurde im Rahmen der Longitudinalstudie TransComp verfasst und beschäftigt sich mit Unterschieden in den Übersetzungsprozessen von professionellen Übersetzern und Novizen. Im Zentrum des Interesses stehen das Ausmaß der Strategiehaftigkeit ihres Vorgehens und die Art der getroffenen Entscheidungen. Das Korpus besteht aus 36 Übersetzungen der Novizen und 30 Übersetzungen der Profis von vier populärwissenschaftlichen und zwei instruktiven Texten aus dem Englischen (1. Fremdsprache) ins Deutsche (Muttersprache). Die Datenbasis bilden LD-Protokolle, Log-Files der Schreibprozesse, Bildschirmaufnahmen und Fragebögen. Alle Analysen werden an ausgewählten Textstellen mit hohem Problempotenzial durchgeführt. Zur Ermittlung der Strategiehaftigkeit werden die Lösungswege der Versuchspersonen in einzelne Schritte unterteilt und diese bewertet. Zur Klassifizierung der Entscheidungen wird ein für die Translationsprozessforschung adaptiertes Modell aus der Entscheidungspsychologie verwendet, das Routineprozesse sichtbar macht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Profis bei Entscheidungen strategischer und effizienter vorgehen als die Novizen, ein höheres Problembewusstsein aufweisen, häufiger Makrostrategien anwenden, öfter relevante Informationen vom AT ableiten, weniger Übersetzungsalternativen generieren und häufiger akzeptable Lösungen produzieren. Sie generieren jedoch erstaunlich viele nicht akzeptabler Lösungen trotz bewusster Lösungskriterien. Die Fehleranalysen zeigen, dass Profis und Novizen v. a. beim semantischen Differenzierungsvermögen Defizite aufweisen. Es zeigt sich auch, dass die Routineentscheidungen der Profis ein sehr hohes Fehlerpotenzial bergen und den Ursachen für die Fehler in der Routine nur schwer auf den Grund gegangen werden kann. In der Übersetzerausbildung sollten daher v. a. das semantische Differenzierungsvermögen, die strategische Erarbeitung von Lösungskriterien und die effektive Nutzung von Hilfsmitteln gezielt geschult werden.

Abstract (English)

This diploma thesis was written within the longitudinal study TransComp and deals with differences in the translation processes of professional translators and novices, focusing on the degree of their strategic behaviour and the types of their decisions. The corpus comprises 36 translations by novices and 30 translations by professionals of four popular-science texts and two operating instruction texts from English (L2) into German (L1). The database consists of think-aloud protocols, screen recordings, keystroke log-files and questionnaires. The analyses focus on text passages which represented translation problems for most participants. To determine the degree to which the participants proceeded in a strategic manner, their translation processes were subdivided into single steps which were then classified. To determine what types of decisions the participants make, a model from decision-making-psychology was used which was adapted for translation process research and makes routinized processes visible. The results show that the professional translators proceed in a strategic and efficient manner more frequently than the novices. The professionals showed more problem-awareness, uses more macro-strategies, derived more information from the source text, generated less translation alternatives and produced more acceptable translations. However, they produced many inadequate translations despite being aware of the solution criteria. The error analyses revealed that both professionals and novices have problems with recognising semantic nuances. The professionals? routinized decisions bear high error potential and it is difficult to investigate the reasons for the errors made in routinized decisions. For translation pedagogy, the following conclusions can be drawn from these results: students should learn how to recognise semantic nuances, how to systematically develop an awareness of the criteria an adequate solution has to fulfil and how to use resources effectively.