Titelaufnahme

Titel
Das Interesse am Verbotenen : die (Re)Produktion räumlicher Differenz im Nonstop-Kino Graz / vorgelegt von Georg Wolfmayr
Verfasser/ VerfasserinWolfmayr, Georg
Begutachter / BegutachterinKatschnig-Fasch Elisabeth
Erschienen2010
Umfang125 Bl. : Zsfassung ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-15683 Persistent Identifier (URN)
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Das Interesse am Verbotenen [3.27 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Arbeit untersucht die (Re)Produktion räumlicher Differenz in Graz, insbesondere auf der rechten Murseite, der sozial benachteiligten, ?anderen? Seite von Graz. Der Fokus liegt dabei auf dem Zusammenspiel von Raumkonstitution mit Fragen der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und den damit verbundenen Machtstrukturen. Die rechte Murseite ist seit den 1990er-Jahren Ziel von Anstrengungen der räumlichen Transformation, insbesondere der Gentrifizierung. Das Nonstop-Kino Graz steht als paradigmatischer Ort des speziellen Modus der Raumkonstitution der rechten Murseite im Zentrum der Arbeit. In dem Pornokino konnte sich seit Anfang der 2000er-Jahre ein Veranstaltungsbetrieb entwickeln, sodass heute Porno- und Veranstaltungsbetrieb parallel laufen. Während tagsüber der Kinosaal verdunkelt wird, um Blicke auf Körper zu verhindern, wird er in der Nacht Teil der Partys und Konzerte. Mittels Teilnehmender Beobachtung und Interviews mit der Betreiberin, DJs und Gästen wird die besondere Verflochtenheit des Kinos mit der räumlichen Transformation der rechten Murseite herausgestellt. So lässt sich ein neues Interesse an der ?anderen? Seite von Graz feststellen: Stadtentwicklungsprogramme, Immobilieninvestitionen und Kunstprojekte erhöhen die Aufmerksamkeit für die rechte Murseite. Im Nonstop-Kino nimmt dies die Form eines Interesses an den ?verbotenen? Räumen der ?anderen? Sexualität der Pornokinobesucher_innen an. Bestimmte ?Qualitäten? des Raums werden sichtbar gemacht, in neue Kontexte gesetzt und so zum kulturellen und letztendlich auch ökonomischen ?Mehrwert?. Die Arbeit befragt dieses spannungsreiche Verhältnis von befreiendem Tabubruch und ökonomischen Interessen am ?Anderen?.

Zusammenfassung (Englisch)

The paper examines the (re)production of spatial difference in Graz, especially on the right side of the Mur, the socially unprivileged ?other? side of Graz. The focus lies in the interaction of space constitution including questions of visibility and invisibility and the associated power structures. Since the nineties, the right side of the Mur has been the aim of efforts of spatial transformation, especially of gentrification. The Nonstop-Kino Graz, as a paradigmatic place (of the special mode) of the space constitution of the right side of the Mur, is the center of the paper. Since the turn of the millenium, an event undertaking developed in the porn cinema, allowing the porn screening and the events to run in parallel today. While at day, the movie theater is darkened to prevent gazes at the body, at night, the auditorium is part of the parties and concerts. By means of participant observation and interviews with the operator, DJs and visitors, the particular interlacement of the cinema with the spatial transformation of the right side of the Mur is highlighted. Thus a new interest in the ?other? side of Graz can be asserted - town development programs, real estate investitions and art projects rise the attention to the right side of the Mur. In the nonstop cinema, this new interest is expressed in the form of an interest in the ?forbidden? spaces of the ?other? sexuality of porn cinema visitors. Certain ?qualities? of space are made visible, put into new contexts and therefore become a cultural and finally also an economic surplus value. The paper examines this antagonistic relationship of the liberating breaking of a taboo and economic interest in the ?other?.