Titelaufnahme

Titel
Kollaboratives Problemlösen über die Zeit betrachtet / Alexandra Fasch
Verfasser/ VerfasserinFasch, Alexandra
Begutachter / BegutachterinPaechter Manuela
Erschienen2010
UmfangV, 140 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Problemlösen / Gruppenarbeit / Problemlösen / Gruppenarbeit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-15442 Persistent Identifier (URN)
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Kollaboratives Problemlösen über die Zeit betrachtet [1.78 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Studie wurde untersucht, wie sich die Leistung, die kognitive Belastung und die Kommunikation beim komplexen Problemlösen in Kleingruppen über die Dauer der Zusammenarbeit verändern. Von zusätzlichem Interesse ist, ob ein Problemlösetraining auf die drei genannten Aspekte Einfluss nimmt. 40 Dreiergruppen hatten die Aufgabe ein Planspiel in zwei Durchgängen zu absolvieren, wobei die Hälfte der Gruppen zuvor das Training erhielt. Die kognitive Belastung wurde nach jedem Durchgang mittels Ratingskala erfasst. Die Gespräche wurden per Videokameras aufgezeichnet, transkribiert und mit Hilfe eines theoriegeleiteten Kategoriensystems ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Leistung nicht verbessert und die kognitive Belastung nicht abgenommen hat. In sieben von acht Kommunikationskategorien hat eine signifikante Abnahme der Redebeiträge stattgefunden. Gruppen, die das Problemlösetraining erhalten haben, unterschieden sich hinsichtlich der Leistung und der kognitiven Belastung nicht von den Kontrollgruppen. Allerdings wurde ein teilweiser Einfluss auf die Kommunikation gefunden. Die Trainingsgruppen haben mehr direkte Adressierungen (direktes Ansprechen eines Mitglieds) und mehr Äußerungen zum Expertenstatus (Thematisieren der Wissensverteilung) abgegeben. Zudem tätigten sie weniger koordinative Gesprächsbeiträge als die Kontrollgruppen. In den übrigen fünf Kategorien konnten keine signifikanten Unterschiede gefunden werden.Die Ergebnisse legen nahe, dass die Dauer der Zusammenarbeit nicht ausreichend war um eine Verbesserung der Gruppenleistung zu erzielen und die kognitive Belastung durch die zunehmende Arbeitserfahrung zu reduzieren. Aufgrund der zeitlichen Veränderungen der problemlösebezogenen Kommunikation könnte man aber durchaus auf eine gewisse Weiterentwicklung schließen. Weiters kann die Wirksamkeit des Trainings auf die Leistung nicht bestätigt werden, was eine Überarbeitung für zukünftige Untersuchungen notwendig macht.

Zusammenfassung (Englisch)

In the present study it was investigated how performance, cognitive load and communication patterns change during the process of collaborative problem solving by groups. Additionally it was examined whether a training on complex problem solving had an impact on these three aspects. 40 triads had to accomplish a business game twice. 20 of the 40 groups were randomly assigned to the training condition before. Cognitive load was measured by a rating scale immediately after each of both game rounds. Verbal communication was recorded, transcribed and the communication samples were analyzed by assigning them to a theory-guided set of categories. The results show that performance has not increased and cognitive load has not decreased during the process of collaboration. With one exception a decrease could be found in the communication samples of all categories. No difference could be found between groups of the training condition and the control condition regarding performance and cognitive load. However, results show a partially difference concerning the communication patterns. Groups of the training condition executed more direct addresses and utterances concerning the expert roles and, in contrast, less utterances concerning coordination of group work than groups of control condition. There was no significant difference found regarding the remaining categories. These results, hence, suggest that the duration of collaboration was not sufficient for increasing performance and decreasing cognitive load. However due to the detected temporal variance of communication patterns certain advancement of problem solving skills could be assumed. Furthermore it seems necessary to revise the training on problem solving to increase these skills.