Titelaufnahme

Titel
"Und sie ist immer noch eine Scheibe" Zum Problem der Kugelgestalt der Erde im europäischen Mittelalter und dessen Rezeption in der österreichischen Schulbuchliteratur
Weitere Titel
"And It Still Is a Disc" On the Problem of the Sphericity of the Earth in the European Middle Ages and its Literary Reception in Austrian Textbooks
Verfasser/ VerfasserinBeck, Maria
Begutachter / BegutachterinGiessauf, Johannes
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-116137 Persistent Identifier (URN)
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"Und sie ist immer noch eine Scheibe" Zum Problem der Kugelgestalt der Erde im europäischen Mittelalter und dessen Rezeption in der österreichischen Schulbuchliteratur [1.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In ihrem Kern beschäftigt sich diese Arbeit mit der Gestalt der Erde bzw. der Vorstellung, die die Menschen in der Vergangenheit und besonders im Mittelalter davon hatten.Schon in der griechischen Antike war bekannt, dass die Erde die Form einer Kugel hat. Entgegen der landläufigen Meinung war diese Vorstellung zumindest in Gelehrtenkreisen auch im europäischen Mittelalter präsent und sogar die anerkannte Lehrmeinung. Davon zeugt eine Fülle von mittelalterlichen Quellen nicht nur astronomischer Natur. So hinterließen beispielsweise Beda Venerabilis, Notker Labeo, Berthold von Regensburg und noch viele weitere der Nachwelt Schriften, in welchen von der Erde als Kugel die Rede ist. Die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde hat folglich eine lange und seit ihrem Aufkommen ungebrochene Tradition. Weder ging sie zwischen Antike und Neuzeit verloren noch war sie vor der Neuzeit gänzlich unbekannt.Dass heute (immer noch) nicht selten davon ausgegangen wird, im Mittelalter sei gedacht worden, die Erde sei eine flache und runde Scheibe, ist demnach ein Irrglaube. Dieser kam in der Neuzeit auf. Verantwortlich dafür war und ist ein Konglomerat aus mehreren verschiedenen Faktoren. So spielte zum Beispiel die vermeintliche Diktion der Kirche hierbei eine wesentliche Rolle, ebenso wie die Kartographie und Kolumbus‘ Überquerung des Atlantiks. Grundsätzlich allerdings beruht all dies wohl auf dem neuzeitlichen Wunsch, das Mittelalter abwerten zu wollen.Der Scheibenmythos konnte schnell Fuß fassen und hinterlässt seit seinem Eintreten tiefe Spuren. Spätestens im 20. Jahrhundert fand er auch Einzug in österreichische Schulgeschichtsbücher, wo er sich bis heute wacker hält. Wie dies genau aussieht, soll im praktischen Teil dieser Arbeit aufgezeigt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis deals with the shape of the Earth or rather with the idea that the people of the past had of it, especially in mediaeval times. Already in Ancient Greece it has been known that the Earth has the shape of a sphere. Contrary to popular opinion this idea was also supported in the Middle Ages at least by the scholars. Evidence for this is given by an abundance of medieval sources not only of astronomical kind. Bede, Notker Labeo, Bertold of Regensburg and many more left writings to posterity in which they talk about the Earth as a sphere. Therefore, the idea of the sphericity of the Earth has a long tradition which is unbroken since its first appearance. Neither was it lost between the antiquity and the modern times nor wasnt it known at all until the modern era.According to that, the modern (and still existing) assumption of the mediaeval belief in a Earth shaped like a flat and round disc is a misconception. It was made up in the modern period. A conglomeration of many different factors led and leads to this error. For example, the alleged diction of the Church played a significant role, as well as cartography and Columbus' crossing of the Atlantic. In principle however all of this is probably based on the modern desire to devalue the Middle Ages.The Flat Error could quickly gain foothold and has left a deep mark since its occurrence. In the 20th century, it also entered the Austrian textbooks for history lessons, where it has pretty much remained. In the practical part of this thesis this topic will be dealt with in more detail.