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Title
Die Verlegung des gemeinsamen Wohnsitzes während aufrechter Ehe gemäß § 92 Abs 1 ABGB / vorgelegt von Jeannine Koller, Bakk. phil
Additional Titles
The change of common domicile during marriage according to § 92 Abs 1 ABGB
AuthorKoller, Jeannine
CensorFerrari, Susanne
PublishedGraz, 08.05.2017
DescriptionVIII, 64 Blätter : Zusammenfassung (1 Blatt)
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Österreich / Ehe / Wohnen / Recht
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-115884 Persistent Identifier (URN)
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Die Verlegung des gemeinsamen Wohnsitzes während aufrechter Ehe gemäß § 92 Abs 1 ABGB [0.97 mb]
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Abstract (German)

Innerhalb der persönlichen Rechtswirkungen der Ehe, kommt der Verpflichtung der Ehegatten zum gemeinsamen Wohnen besondere Bedeutung zu. Während die Ehefrau nach alter Rechtslage noch verpflichtet war, dem Ehegatten an dessen Wohnsitz zu folgen, wurde mit dem Bundesgesetz über die persönlichen Rechtswirkungen der Ehe BGBl 1975/412 die nach altem Recht geltende Wohnsitzfolgepflicht der Frau durch eine neue dem partnerschaftlichen Prinzip verschriebene Regelung in § 92 Abs 1 ABGB ersetzt. § 92 Abs 1 regelt, welches Verhalten rechtmäßig ist, wenn die Ehegatten nach der Begründung eines gemeinsamen Wohnsitzes, über ihr weiteres Wohnungsverhalten kein Einvernehmen erzielen konnten. Verlangt ein Ehegatte aus gerechtfertigten Gründen die Verlegung des gemeinsamen Wohnsitzes, so muss der andere Ehegatte mit ihm ziehen, es sei denn er hat gerechtfertigte Gründe von zumindest gleichem Gewicht. Bei gleichwertigen Interessen kommt es rechtmäßig zu getrennten Wohnsitzen der Ehegatten. Im Zuge einer umfassenden Interessenabwägung ist sowohl auf die Interessen beider Ehegatten als auch auf das Wohl der Kinder Rücksicht zu nehmen.§ 92 Abs 3 ABGB eröffnet den Ehegatten die Möglichkeit während aufrechter Ehe in den Fällen des § 92 Abs 1 und Abs 2 ABGB ein außerstreitiges Verfahren zu beantragen, in dem die Rechtmäßigkeit bzw Unrechtmäßigkeit des Wohnungsverhaltens der Ehegatten festgestellt wird. Das Verfahren ist auf die Feststellung der Rechtmäßigkeit bzw Unrechtmäßigkeit des Wohnungsverhaltens der Ehegatten, mit präjudizieller Wirkung für spätere Verfahren, beschränkt. Handelt ein Ehegatte im Sinne des § 92 unrechtmäßig, verletzt er damit die Verpflichtung zum gemeinsamen Wohnen und setzt eine schwere Eheverfehlung. Dies zieht Rechtsfolgen im Unterhalts- und Scheidungsrecht nach sich.

Abstract (English)

Among the personal legal effects of marriage the obligation of living together in one household is of particular importance. According to the former legal situation the wife was obliged to follow her husband to his domicile; according to the law of the Personal Effects of Marriage BGBL1975/412 this obligation was replaced by a new norm which corresponds with the legal principle of partnership. § 92 Abs 1 ABGB lays down by law the regulations concerning married couples who have already lived together in one domicile and cannot agree on the issue of their future domicile. If one of the spouses has justified reasons to request the change of their common domicile, the other one has to follow him/her unless he/she has justified reasons of equal importance. In case of equivalent justified reasons the spouses are legally allowed to live in separate domiciles. In the course of a comprehensive evaluation of interests both the interests of the spouses and the children have to be considered.In intact marriage § 92 Abs 3 ABGB offers the possibility to the spouses in cases of § 92 Abs 1 and § 92 Abs 2 to get the court involved. In this special procedure the court determines the legitimacy or illegitimacy of the spouses` housing behaviour. The procedure is limited to the determination of the spouses` housing behaviour and has a prejudicial effect on subsequent procedures. If a spouse acts unlawfully according to §92 ABGB, he/she violates the obligation of living together, which is a severe breach of obligation during marriage. This has consequences concerning the law of divorce and the law of maintenance.