Titelaufnahme

Titel
Das Auditive im biblischen und gnostischen Horizont / eingereicht von Anton J. Simon
Verfasser/ VerfasserinSimon, Anton J.
Begutachter / BegutachterinHeimerl Theresia ; Renhart Erich
Erschienen2009
Umfang336 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2009
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND) Bibel / Gnosis / Audition / Offenbarung / Verkündigung
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-12718 Persistent Identifier (URN)
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Das Auditive im biblischen und gnostischen Horizont [1.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Auditive im biblischen und gnostischen HorizontSehen und Hören stellen zwei unterschiedliche Weisen der Weltergreifung dar. Der Mensch ist ein soziales Wesen, dem sich die Wirklichkeit durch sprachliche Kommunikation erschließt. Das Wort ist wirksam, insoferne es als Sprechhandlung Zustände schafft. Die Wirkmacht des Gotteswortes zeigt sich eindrucksvoll in Gen 1,1-2,4a. Im Gegensatz zu den griechischen Göttern kann der Gott Israels nur gehört werden. Die jüdische Religion ist maßgeblich vom Gehorsam gegenüber der Stimme Jahwes gekennzeichnet. Die Propheten Israels sind von Gott gerufene Boten, die dem Volk ein Gotteswort übermitteln. Das früheste Christentum verstand unter dem Begriff "Evangelium" eine mündliche Heilsbotschaft. Paulus betont, dass der Glaube im Hören grundgelegt ist. Erst später wurde "Evangelium" zu einem Gattungsbegriff. In den synoptischen Evangelien ergeht Jesu dringlicher Ruf in seine Nachfolge. Von Aussaat und Aufnahme des Wortes Gottes handelt das berühmte Gleichnis vom Ackerboden. Das Johannesevangelium bezeugt die Menschwerdung des ewigen, göttlichen Wortes und betont, dass der Mensch nur durch Annahme der Worte Jesu ewiges Leben empfangen kann. Auch die Berufung des Mani wird nach dem Kölner Mani-Kodex als ausgedehnter Dialog zwischen Mani und einem Engel geschildert. Der Auserwählte gründet hierauf eine prophetische und gnostische Religion. Die asketische Kirche Manis besteht aus "Auserwählten" und "Hörern". Die manichäischen Mythen kennen einen Weckruf, durch den eine Erlösergestalt die in der Materie gefangene Lichtseele befreit. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Christentum und Gnosis besteht in der Alternative von personalem Glauben im Sinne einer Beziehung zum dreifaltigen Gott und (selbst)erlösendem Wissen darüber, dass die menschliche Seele ein Teil des göttlichen Lichts ist.

Zusammenfassung (Englisch)

The meaning of the word in biblical and gnostic horizonSeeing and hearing are two different ways of approaching reality. Man is a social creature whom is given the possibility of lingual communication. The spoken word is effective in so far as it is an act of creating new states. God's powerful word creates the cosmos in the beginning of the bible. In contrast to Greek deities the one God of Israel can only be heard. Strictly obedience in the sense of listening to Jahwe's voice is a significant mark of Jewish religion. It is the mission of Israel's prophets to proclaim a divine message to their own people. In the earliest Christianity the word "gospel" meant an oral message. Paul points out that the Christian faith is founded in listening to a proclaimed word. Later the gospel became a literary term. In the gospel of Marc Jesus calls upon his disciples to follow him. The famous parable in Marc 4,3-20 is about spreading and acceptance of God's word. The gospel of John confesses the incarnation of the divine and eternal word. Every person who is believing in the son of God and accepting his word will receive eternal life. The Codex Manichaicus Coloniensis describes a long dialogue between Mani and an angel. As a result Mani founds a prophetic and gnostic religion. The strict ascetic church of Mani consists of "Electi" and "Auditores". In Manichaean texts about redemption we find the call of a divine saviour who delivers the Living Soul from imprisonment of human body. An essential difference between Christianity and Gnosis consists of two conceptions of salvation: on the one hand it is the personal faith in the sense of a relationship with a God of trinity, on the other hand the redeeming knowledge about an eternal origin of the soul, which is regarded to be a spark of divine light.