Titelaufnahme

Titel
Ophelia in der bildenden Kunst / vorgelegt von Christina Kroboth
Verfasser/ VerfasserinKroboth, Christina
Begutachter / BegutachterinEberlein Johann Konrad
Erschienen2010
Umfang149 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Ophelia / Kunst / Ophelia / Kunst / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-12565 Persistent Identifier (URN)
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Ophelia in der bildenden Kunst [31.9 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Beschäftigung mit Shakespeares Ophelia begann aufgrund ihrer Neben- und untergeordneten Rolle in ?Hamlet? Mitte des 18. Jahrhunderts nur sehr zaghaft. Zunächst konnte man Ophelia nur in Vielfiguren-Darstellungen in Shakespeare Buchillustrationen finden, welche sich noch stark an die damalige Bühenpraxis anlehnten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam es schließlich zu einer Annäherung an die Figur der Ophelia und sie wurde isoliert im Typus der Mänade, mit offenen Haaren, gelöstem Kleid und dadurch teilweise entblößtem Körper gezeigt. Auch ihr Tod, sie ertrinkt, wurde erstmals in dieser Zeit von Johann Heinrich Füßli bildlich thematisiert und war ein Wendepunk in den Ophelia Bearbeitungen. Im 19. Jahrhundert kam es schließlich zum Höhepunkt der Darstellungen und zur Entstehung eines eigenständigen Ophelia Motivs. Entscheidend hierfür war sowohl die Uminterpretation der Ophelia Figur im französischen Neoklassizismus, als auch die Darbietung der Schauspielerin Harriet Smithson, durch die Ophelias Wahnsinn, durch den Tod ihres Vaters und die Zurückweisung Hamlets ausgelöst, und ihr Tod zum ersten Mal zum Thema auf der Bühne wurden. Bei der Darstellung ihres Wahnsinns, ausgehend vom Mänadentypus, spielte zunehmends die Physiognomik eine wichtige Rolle, da man diesen am Besten in Porträts durch ihren Gesichtsausdruck herausarbeiten konnte und man dabei nicht von ihrer Umgebung abgelenkt wurde. Schließlich fand auch ihr Tod den Weg in die Kunst und wurde vor allem in Frankreich und England zum bestimmenden Bildmotiv, wobei die Thematik des Wassers eine wichtige Rolle spielt. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ophelias Wahnsinn schließlich zum bestimmenden Merkmal und zunehmend ungeschönt dargestellt. Man wird mit ihrem physiognomisch deutlich akzentuierten krankhaften und zerstörerischen Wahnsinn konfrontiert. Auch für die Plastik und die Fotografie wurde das Motiv der Ophelia ab Mitte des 19. Jahrhunderts interessant und die Beschäftigung mit ihr hält bis heute an.

Zusammenfassung (Englisch)

The engagement in Shakespeare and the topic of Ophelia started in the mid-18th century only tentatively because of her minor role in ?Hamlet?. In general Ophelia dresses in white, the colour of innocence, decks herself with garlands of different flowers, all with symbolic meaning, goes insane after her father?s death and ends her life by drowning. At the beginning she was only a part of multi-figured images for illustrated editions of Shakespeare?s play, which were painted according to the stage tradition. At the end of the 18th century artists started to concentrate on Ophelia solely and painted her like a furious maenad with long open hair and a flowing dress. The depiction of her death also found it?s way to art in this time and was first rendered by Johann Heinrich Füßli. In the 19th century Ophelia finally became a muse to the artists and an autonomous motive could develop. Vital to this change was the reinterpretation of her role in the French Neoclassicism and the performance of the Irish actress Harriet Smithson, who brought Ophelia?s madness and death on stage and was often painted by Delacroix and other French artists like Louis Boulanger. For depictions of the mad Ophelia the physiognomy got more and more important for artists because they wanted to concentrate solely on her facial expression. Her death also became a favourite topic among the artists especially in France and England. In these representations the water plays a prominent role, because of its symbolic and feminine meaning. At the end of the 19th century the pathological madness became the dominant feature and showed us a wrecked Ophelia. She even became a case study for lunatic asylums as an account of hysteria, mania or melancholia. The fascination with Ophelia still exists in the 20th century with paintings but also with sculptures and photographies and continues to go on until today.