Titelaufnahme

Titel
Binationale Ehen von ÖsterreicherInnen mit Drittstaatsangehörigen im Lichte der Judikatur des EGMR, VfGH und VwGH zu Artikel 8 EMRK / eingereicht von Sabrina Claudia Wittmann
Verfasser/ VerfasserinWittmann, Sabrina Claudia
Begutachter / BegutachterinBenedek Wolfgang
Erschienen2010
UmfangVI, 101 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2010
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Binationale Ehe / Recht / Österreich / Binationale Ehe / Recht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-11884 Persistent Identifier (URN)
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Binationale Ehen von ÖsterreicherInnen mit Drittstaatsangehörigen im Lichte der Judikatur des EGMR, VfGH und VwGH zu Artikel 8 EMRK [0.47 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

HintergrundDie fremdenrechtlichen Bestimmungen für binationale Ehepaare sind seit dem Fremdenrechtspaket 2005 laufend strenger geworden. Der EGMR hat jedoch durch seine Judikatur im Laufe der Zeit Artikel 8 EMRK - das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens - ua. so interpretiert, dass die Konventionsstaaten bei Aufenthaltsentscheidungen auf ein bestehendes Familienleben Rücksicht nehmen müssen. Daher die Frage: Ist die österreichische Rechtslage in Hinblick auf binationale Ehepaare menschenrechtskonform?ForschungsmethodenIn der Arbeit werden zuerst ExpertInneninterviews geführt und Fallbeispiele gegeben. Danach werden die Rechtsgrundlagen ausführlich dargelegt. Zuletzt erfolgt eine Analyse der Judikatur des EGMR sowie der österr. Höchstgerichte (VfGH und VwGH) zu Art 8 EMRK, die sodann in Kontext mit den österr. Fremdengesetzen (v.a. NAG und FPG) gestellt wird.ErgebnisseDie Recherchen haben gezeigt, dass es in Berücksichtigung der Judikatur des EGMR Verbesserungsnotwendigkeiten gäbe, was die Artikel-8-Konformität des NAG und des FPG angeht.Die Definition des Begriffs ?Familienangehöriger? müsste gemäß der Judikatur desEGMR weiter gefasst sein. NAG und FPG definieren nur EhegattInnen alsFamilienangehörige des/der Zusammenführenden, wohingegen der EGMR in st Rsp klar festgestellt hat, dass auch LebensgefährtInnen uU den Schutz des Art 8 EMRK genießen.Ein Recht auf Familienzusammenführung bzw auf freie Wahl des Aufenthaltsstaates für binationale Ehepaare wurde vom EGMR zwar prinzipiell verneint, kann jedoch unter bestimmten Umständen geboten sein.Die Fallbeispiele zeigten, dass es Sachverhalte gibt, für die das Fremdenrecht keine angemessene Lösung bietet. Durch die Einführung des Antragsrechts auf humanitären Aufenthalt könnte diesen Fällen in Zukunft in positiver Weise Rechnung getragen werden.

Zusammenfassung (Englisch)

BackgroundThe laws relating to bi-national couples have been aggravated consistently since the introduction of the new Aliens Act in 2005. However, the ECHR in its judicature has interpreted Article 8 of the Human Rights Convention in a way that the signatory states have to respect an existing family life in their decisions regarding the granting of residency. Therefore, the following question has arisen: Does the Austrian legislation regarding bi-national couples conform with Human Rights standards?Research methodsThe diploma thesis utilizes interviews with experts as well as case studies are given, in addition to an extensive illustration of the legal bases. Furthermore, the judicature of the ECRH, the Austrian Constitutional Court and Administrative Court towards Art 8 ECHR is analyzed and set in context with the Austrian laws relating to Aliens.ResultsThe research has shown that amendments of the Austrian laws would be necessary in order to conform to the judicature of the ECHR.The definition of the term ?family member? needs to be revised and broadened. At present, the laws relating to Aliens only define the spouse as a family member of the anchor person, whereas the ECHR has ruled in constant judicature, that non-married partners also enjoy the protection of Art 8 ECHR.A right for bi-national couples to family reunification and/or free choice of the country of residence has generally been negated by the ECHR, but could be required in certain circumstances.The case studies presented, show that the current Austrian laws are inadequate at conclusively resolving all real-life cases. In the future though, they could be solved adequately through the newly introduced right to application for residency on humanitarian grounds.