Titelaufnahme

Titel
Chemical defense in palpatorid harvestmen (Arachnida, Opiliones, Palpatores) : mechanism of emission and application of defensive secretions / Verena Leutgeb
Verfasser/ VerfasserinLeutgeb, Verena
Begutachter / BegutachterinRaspotnig Günther
Erschienen2009
Umfang104 S., [32] S. : Zsfassung ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2009
Anmerkung
Zsfassung in dt. Sprache
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Weberknechte / Wehrsekret
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-11087 Persistent Identifier (URN)
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Chemical defense in palpatorid harvestmen (Arachnida, Opiliones, Palpatores) [31.55 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Mechanismen der Abgabe von Abwehrsekreten aus prosomalen Drüsen und deren weitere Ausbreitung wurden an einer Selektion von Arten europäischer Weberknechte (Arachnida, Opiliones, Palpatores) untersucht. Einundzwanzig Arten der Eupnoi (Phalangiidae und Sclerosomatidae) und fünf Arten der Dyspnoi (Trogulidae, Nemastomatidae, Ischyropsalididae) wurden an verschiedenen Standorten in Österreich, Deutschland, Italien, Mazedonien und Montenegro gesammelt. Die Versuchstiere wurden mechanisch gereizt, indem ihre Körper mit einer Federstahlpinzette gequetscht wurden. Die Abgabe von Abwehrsekreten aus den prosomalen Drüsen wurde dokumentiert, und es wurden verschiedene Mechanismen der Abgabe und Ausbreitung klassifiziert. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Sekretabgabe bei den Palpatores in sehr heterogener Weise erfolgt: während manche Arten schon auf sehr geringe Reizung hin Sekret freisetzten, reagierten andere Arten erst auf prolongierte Reizung. Bei anderen Arten konnte gar keine Sekretabgabe induziert werden. Auch die abgegebene Sekretmenge ist sehr unterschiedlich. Häufig konnten verschiedene Abgabemechanismen innerhalb ein und derselben Art beobachtet werden und sogar bestimmte Individuen reagierten sehr heterogen auf die Reizung. Die Ergebnisse werden in Bezug zu biologischen Funktionen der Sekrete diskutiert: die Tendenz zur Sekretverhaltung bei manchen Weberknechtarten (z.B. bei den Dyspnoi) könnte eine Veränderung der biologischen Funktion der Drüsensekrete von einer Verteidigungsfunktion weg hin zu anderen Funktionen anzeigen. In einem phylogenetischen Kontext scheinen lediglich die Hauptmechanismen der Sekretabgabe eine phylogenetische Verwandtschaft widerzuspiegeln. Im Gegensatz dazu werden die ?Feinmechanismen? durch ein und dieselbe Art und sogar durch ein und dasselbe Individuum variabel angewendet und dürften unter anderem durch den Füllungsstatus der Drüsen und durch die Intensität des Störreizes beeinflusst werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The modes of emission and application of defensive secretions from prosomal scent glands in palpatorid harvestmen were studied using a selection of European species (Arachnida, Opiliones, Palpatores). Twenty-one species of Eupnoi (Phalangiidae and Sclerosomatidae) as well as five species of Dyspnoi (Trogulidae, Nemastomatidae, Ischyropsalididae) were collected at different locations in Austria, Germany, Italy, Macedonia, and Montenegro. Specimens were mechanically irritated by squeezing their bodies with flexible forceps. Emission of secretion from scent glands was documented, and different mechanisms of discharge and application were classified. Results indicate that a rather heterogeneous manner of secretion discharge is realised in Palpatores: While some species emitted secretion in response to minimal mechanical irritation, many other species only reacted to prolonged irritation. In other species no emission of secretion could be induced at all. Moreover, some species frequently responded with enormous amounts of secretion, while other species tended to release rather small amounts. In many cases, different mechanisms of discharge could be observed within one and the same species and even one and the same individual sometimes reacted very heterogeneously to irritation. Results are discussed in terms of the biological roles of secretion: The reluctance to emit secretion in some harvestmen species might reflect a change in the biological role of scent glands from defense to other functions. In a phylogenetic context, only the gross strategies of emission seem to reflect phylogenetic relationships. The ?fine? mechanisms within each gross strategy, by contrast, seem to vary within one and the same species and even within one and the same individual and may be influenced by the filling status of scent glands or the perceived level of irritation.