Titelaufnahme

Titel
Der österreichische Arbeitszeitschutz zwischen europarechtlichen Vorgaben und kollektivvertraglicher Umsetzung / vorgelegt von Philipp Karl
Verfasser/ VerfasserinKapl, Philipp
Begutachter / BegutachterinMarhold Franz ; Karl Beatrix
Erschienen2009
Umfang326, XXVI Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2009
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Arbeitszeitrecht / Österreich / Arbeitszeitrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-10974 Persistent Identifier (URN)
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Der österreichische Arbeitszeitschutz zwischen europarechtlichen Vorgaben und kollektivvertraglicher Umsetzung [1.63 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Für Österreich sind neben den nationalen Regelungen auch die Vorgaben der EU maßgeblich. Die bestehenden Bestimmungen gewährleisten keinen tatsächlichen Schutz, weil die Arbeitszeit-Richtlinie nur begrenzt akzeptiert wird und keine einheitliche Systematik besteht. Die Vorschriften überschneiden sich und enthalten unterschiedliche Beschreibungen für Arbeitszeit. Diese Bestimmungen sind bedeutsam für die österreichischen Rechtsquellen, die teilweise gegen die europäischen Vorgaben verstoßen.Arbeitszeit, Arbeitsbereitschaft und Rufbereitschaft unterscheiden sich nicht nur durch Aufenthalts- bzw Bereitschaftspflicht, sondern zudem durch einen inhaltlichen Zusammenhang. Die passive Reisezeit, die in der österreichischen Rechtsordnung keine Arbeitszeit ist, gilt auch im Lichte des EU-Rechts nicht als Arbeitszeit. Es wird zwar das Erfordernis der Ortsgebundenheit erfüllt, jedoch nicht jenes der jederzeitigen Verfügbarkeit. Eine Arbeitszeitverlängerung kann auch unterhalb der höchstzulässigen Grenzen vereinbart werden, die Teilzeitarbeitsregelungen kommen aber erst dann zur Anwendung, wenn die verlängerte Arbeitszeit unter der gesetzlichen Normalarbeitszeit liegt. Das Höchstmaß der zulässigen Mehrarbeit orientiert sich an der Grenze von 50 Stunden pro Woche bzw zehn Stunden pro Tag. Ebenso bestehen unbeantwortete Detailfragen. So ist das Reaktionszeiterfordernis der Rufbereitschaft mit 30-40 Minuten zu bemessen, der Entgeltanspruch im Falle einer Arbeitszeitverschiebung durch einen Arbeitseinsatz während der Rufbereitschaft unabdingbar und die Wegzeit in einem Einsatzfall Arbeitszeit.Die Analyse der Kollektivverträge zeigt, dass die Sozialpartner die Regelung von Arbeitszeitmodellen ?an sich zu ziehen? wollen sowie einige Ungereimtheiten. So verstößt die Durchrechnung der Arbeitszeit im Privatkrankenanstalten-KV gegen das Gesetz. Weitere Ungenauigkeiten bestehen bspw bei Umsetzung der Arbeitsbereitschaft bei besonderen Erholungsmöglichkeiten oder der Vier-Tage Woche.

Zusammenfassung (Englisch)

For Austria not only Austrian legal sources are to be applied but also the norms of the EU. The current provisions do not offer an effective protection, which is a result of the low acceptance of the current working time guideline and there is no uniform structure in the European legal sources. They overlap each other and contain different descriptions of various time periods. These regulations are relevant to the Austrian law and are violated in parts.Working time, stand-by duty, and on-call duty are different not only concerning the duty of the worker to stay at a defined place and to be ready to work but also with regard to the content and the use. It is also clear that the passive travelling time, which is not to be qualified as working time within the Austrian legal system, is also considered no working time within European dimensions. Although the worker is limited in his freedom to move, he does not have to be ready to work. There are no rules that foresee what happens if the regulations of stand-by duty and part-time employment collide. The working time can be prolonged by using stand-by duty to a lower than the maximum extent. The maximum of the extra work is limited to 50 hours a week and ten hours a day. Several detailed questions exist: The reaction time during the on-call duty is limited to 30-40 minutes; the right of remuneration of the postponement of the regular working time, caused by work during the on-call shift, is indispensable; and the home-to-office time during the on-call duty is working time.The analysis of collective agreements shows the tendency of the social partners to attract the regulation of several flexible working time models but also various inconsistencies. For example, the collective agreement of private hospitals violates the law in respect to the period of averaging time. Other incorrect details are to be found, e.g. concerning the implementation of stand-by duty with special recreational possibilities or the four days week.