Titelaufnahme

Titel
Der Öffentlichkeitsbegriff im Urheberrecht : eine kritische Analyse / vorgelegt von Günther Sammer
Verfasser/ VerfasserinSammer, Guenther
Begutachter / BegutachterinNitsche Gunter ; Nunner-Krautgasser Bettina
Erschienen2009
UmfangXIII, 287 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2009
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Öffentlichkeit / Urheberrecht / Österreich / Öffentlichkeit / Urheberrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-10765 Persistent Identifier (URN)
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Der Öffentlichkeitsbegriff im Urheberrecht [1.64 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Urheberrecht bindet die öffentliche Verwertung eines Werkes an die Zustimmung des Urhebers. In der Praxis ist es also von größter Bedeutung, wo die öffentliche Verwertung aufhört und die private beginnt. Fraglich ist auch ob es dazwischen eine Grauzone, ein sogenanntes tertium gibt.Aufgrund ähnlicher Entstehungsgeschichte unterscheiden sich das dUrhG und das öUrhG nur marginal. Ein Unterschied ist, dass das dUrhG in § 15 eine Legaldefinition des Öffentlichkeitsbegriffs beinhaltet. Diese stellt darauf ab, ob zwischen den teilnehmenden Personen ein persönliches Band besteht.Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den Abs 1 und 3 des § 18 UrhG. Das Gesetz trennt zwischen der Aufführung eines Werkes der Tonkunst (Abs 1) und der Aufführung einer Rundfunksendung (Abs 3). Letztere ist dann an die Zustimmung des Urhebers geknüpft, wenn sie durch Lautsprecher oder durch eine andere technische Einrichtung erfolgt. Da man aber ohne Lautsprecher nichts hört, können darunter nur zusätzliche Lautsprecher verstanden werden. Ohne Verwendung zusätzlicher Lautsprecher ist demnach die Verwendung von Rundfunksendungen für eine öffentliche Aufführung gestattet.Besondere Bedeutung kommt dem Ergebnis dieser Studie, dass es zwischen der öffentlichen und der privaten Nutzung ein tertium gibt, zu. Bei einer Nutzung durch eine Mehrzahl von Personen, die berufsbedingt verbunden sind, liegt weder eine private noch eine öffentliche Nutzung vor. Die Zuordnung des tertium zur privaten oder öffentlichen Nutzung bestimmt sich in Anlehnung an den Drei-Stufen-Test der RBÜ. Dieses tertium führt zu einer flexiblen Lösung und vermeidet Härten, wenn zwar keine private Nutzung vorliegt, die Rechtsfolgen der öffentlichen aber nicht sachgerecht wären.Aus Gründen der Rechtssicherheit ist eine Legaldefinition des urheberrechtlich relevanten Öffentlichkeitsbegriffs, unter Berücksichtigung des tertium, zu befürworten.

Zusammenfassung (Englisch)

Copyright law binds the public use of a work to the consent of the creator.The question of where to draw the line between public and private use is thus of crucial importance. It is further worth examining if a grey area between these two types of use, a so-called tertium, exists.Due to their similar development, the German and the Austrian Copyright Acts differ only marginally. One of the differences between the two however is that the German Copyright Act contains in Art 15 a legal definition of the term of ?publicly?. This definition focuses on whether or not there is any kind of personal connection between those participating in the use.The main focus of this thesis lies on the analysis of paragraphs 1 and 3 of the Art 18 of the Austrian Copyright Act. The Act differentiates between the performance of audio works (Par 1) and the performance of radio broadcasts (Par 3). The later is dependent on the consent of the creator if a loudspeaker or other technical devices are used so as to carry out the broadcast. As a loudspeaker is a technical prerequisite for the ?hearing? of a broadcast, the phrase ?or other technical devices? can only refer to additional external loudspeakers. Thus, when only use if made of the loudspeaker incorporated in the radio, the public use of broadcasts is allowed.One of the main findings of this study is that, between public and private use, a further tertium exists. When use of a work takes place by a number of people who are related through their work, neither a private nor a public use takes place. The assignment to either a private or a public use is done on the basis of the Three Step Test of the Berne Convention. Such a tertium avoids confusion, where a use is not private, but the legal consequences of public use would be undue. Due to legal certainty it would confer, a legal definition of the term of publicly in copyright law, considering the tertium, would be welcome.