Titelaufnahme

Titel
The stolen generations : die Verortung im kollektiven Gedächtnis Australiens / vorgelegt von Marie Sumper
Weitere Titel
The stolen generations : the localization in the collective memory of Australia
Verfasser/ VerfasserinSumper, Marie Elisabeth
Begutachter / BegutachterinSchmidlechner-Lienhart, Karin Maria
ErschienenGraz, 2017
Umfang97 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Australien / Indigenes Volk / Assimilation <Soziologie> / Kollektives Gedächtnis
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-115630 Persistent Identifier (URN)
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The stolen generations [0.86 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Verortung der Stolen Generations im kollektiven Gedächtnis Australiens. Bereits zu Zeiten der Kolonialisierung wurden die Ureinwohner Australiens von den Siedlern als minderwertige Ethnie betrachtet. Diese Haltung mündete gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Protektionspolitik Australiens, welche die Aborigines und Torres Strait Islanders von der Gesellschaft ausgrenzte.Ab den 1930ern kam es im Zuge der Assimilationspolitik zu forcible child removals, um ‚gemischtrassige Kinder‘ dem Einfluss der indigenen Bevölkerung zu entziehen. Sie wurden in öffentlichen Einrichtungen untergebracht, um sie später in die ‚weiße Gesellschaft‘ eingliedern zu können. Die Trennung der Kinder von ihren leiblichen Eltern und die Verleumdung ihrer Identität führten zu großen inneren Konflikten, mit welchen die Opfern der Assimilationspolitik konfrontiert waren. Das konnte schwerwiegende Folgen haben, die sich oftmals auf psychischer Ebene äußerten. Diese Vorgehensweise hielt sich bis in die 1970er Jahre und wurde von der restlichen australischen Bevölkerung tabuisiert. Die fehlende Aufarbeitung der Vergangenheit führte auch zur andauernden Diskriminierung der Aborigines und Torres Strait Islanders in vielen Bereichen des Lebens. Erst ab den 1990ern kam es in Australien vermehrt zur Aufarbeitung dieser Periode, sowohl auf privater als auch auf öffentlicher Ebene. Die australische Regierung entschuldigte sich offiziell und auch die betroffenen Aborigines begannen ihre Geschichten zu erzählen. Es wurden Filme produziert, Biografien veröffentlicht, und auch in Gedichten und in Liedern fanden die Stolen Generations Erwähnung. Dieser Schritt in die Öffentlichkeit ist auch für die Betroffenen wichtig, da sie die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit verarbeiten konnten, ohne gegen das große Schweigen des Kollektivs ankämpfen zu müssen. Dieser Abschnitt der Geschichte musste aufgearbeitet werden, damit sich die Ereignisse im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft Australiens festsetzen und einer weiteren Diskriminierung der indigenen Bevölkerung Australiens entgegengewirkt werden kann. In dieser Arbeit wird die Thematisierung der Stolen Generations im Film, in der Musik und in der Literatur aufgegriffen und deren Einfluss auf den Aufarbeitungsprozess hin untersucht.

Zusammenfassung (Englisch)

This diploma thesis deals with the locating of the Stolen Generations in the collective memory of Australia. At the time of colonisation the settlers considered the native people of Australia as inferior ethnicity. Towards the end of the 19th century, this posture has led to the period of protectionism in Australia, which excluded the Aborigines and the Torres Strait Islanders from the society. Since the 1930s it came to forcible child removals of ‘transracial children to deprive them of the indigenous influence, due to the assimilation policy. The children were put into state institutions and later on integrated into the ‘white society. The separation of the children from their parents and the defamation of their identity has led to grand internal conflicts within the victims. This could have serious consequences, which often manifest on a mental level. This practice lasted till the late 1970s and got tabooed by the rest of the Australian population. The failure of addressing the past has also led to ongoing discrimination of the Aborigines and Torres Strait Islanders in many areas of life. As of the 1990s Australia began to address the past issues on a private and a public level. The Australian government apologised officially and the affected Aborigines started to tell their stories. Movies got produced, biographies published and the Stolen Generations got also mentioned in poems and songs. That step into the public eye was very important for the Stolen Children, so they could start to process their traumatic experiences from their childhood without fighting against the silencing of the collective body. This part of history had to get processed so the past events could get installed in the collective memory of the Australian society and prevent further discrimination against the Indigenous people of Australia. The growing relevance of the Stolen Generations in movies, music and literature will be addressed in this academic work and their influence on the refinement process in Australia will be examined.