Titelaufnahme

Titel
Ermöglichen antike Porträts Aussagen zum Gesundheitszustand? : eine exemplarische Untersuchung am Beispiel der Ptolemärin Berenike II / vorgelegt von Dr.med. Alfred Schulze-Bauer, BA
Weitere Titel
Graves's disease and the Ptolemaic dynasty
Verfasser/ VerfasserinSchulze-Bauer, Alfred
Begutachter / BegutachterinScherrer, Peter
ErschienenGraz, 19. Mai 2017
Umfang104 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Ptolemäer / Basedow-Krankheit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-115601 Persistent Identifier (URN)
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Ermöglichen antike Porträts Aussagen zum Gesundheitszustand? [3.92 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Es wurde mehrfach der Verdacht geäußert, dass die Ptolemäer wegen ihrer Darstellungen mit großen, hervorquellenden Augen, an Morbus Basedow gelitten haben könnten. Der Verfasser hat den Versuch unternommen, diesen zu erhärten oder zu verwerfen. Er hat daher Bildnisse einer Ptolemäerin, der Berenike II, aber auch anderer Personen exemplarisch untersucht. Um eine brauchbare Aussage zu erzielen, hat er sechs auch auf Bildnissen erkennbaren Symptome des Morbus Basedow herausgegriffen und 25 Porträts auf deren Vorhandensein überprüft. Er wollte dadurch eine einigermaßen objektive Basis als Grundlage für eine nachvollziehbare Aussage schaffen. Der Verfasser hat zu diesem Zwecke zwölf Bildnisse der Berenike II. zwölf von Verwandten von ihr und eines von dem mit Ihr nicht verwandten Ptolemaios I. untersucht. Es waren die Eigenheiten bei der Beurteilung von Kunstwerken zu beachten. Wollten zum Beispiel die Künstler Entstellendes oder Unschönes mildern, oder gar weglassen? Bei realistischen, oft typische Merkmale ins Karikaturartige überzeichnenden Kunstwerken spielen solche Überlegungen keine Rolle. Es wurden auch vier solche Beispiele gebracht. Bei der Auswertung aller Porträts der Berenike II. zeigte sich, dass die großen Augen immer, vier andere Symptome unterschiedlich oft nachweisbar waren und der Ausdruck des Erschockenseins nie. Bei den Porträts der anderen Personen zeigte sich ein ähnliches Ergebnis. Daraus war zu folgern, dass von den sechs Symptomen nur die großen Augen fast immer dargestellt wurden, aber das wesentliche Symptom eines Morbus Basedow, der Ausdruck der Angespanntheit, des Erschrockenseins fast immer fehlte. Der Verfasser gelangte daher zu dem Schluss, dass Berenike II. und andere ptolemäische Persönlichkeiten nicht an Morbus Basedow litten. Warum aber dann die stereotype Darstellung mit großen Augen? Der Verfasser hat mehrere Möglichkeiten angeboten: Könnte es eine Kunstkonvention gewesen sein? Wollten die Künstler die Überlegenheit der Herrscher zum Ausdruck bringen? Oder hat sich die griechische Mythologie, die ja Hera als „kuhäugig“ beschreibt, über Isis in die ägyptische Mythologie und zu den Ptolemäern übertragen?

Zusammenfassung (Englisch)

The Ptomemaic dynasty has frequently been presented with bulging eyes. This raises the suspicion that they may have suffered from GRAVES‘ DISEASE. The author has made an attempt either to support or to discard this assumption.The basis for this investigation were pictures of Berenice II, a Ptolemeic female, as well as pictures of several other persons. In order to produce a reasonable statement , the author has selected six visible symptoms of Graves‘-Disease whose occurrence he checked by screening 25 portraits, the author has scrutinized twelve portraits of Berenice II , of twelve of her relatives as well as of Ptolemy I, who was not related with her Attention had to be paid to the peculiarities in the evaluation of art. Was it the purpose of the ancient artists to mitigate deformation or even to conceal it? This examination of all Berenice protraits demonstrated the existence of the bulging eyes in all cases, four other symptoms could be found with different frequency, whereas the expression of tension and of being frightened was not verified.This result was similar to the other scrutinized portraits of the investigated persons.In conclusion it can be stated that from the six symptoms of Grave‘s Disease the big, bulging eyes were found in almost all instances whereas the significant symptom of Grave‘s Disease - a frightened appearance and an expression of terror - were nearly always absent. The author concludes that Berenice II and other ptolemaic personalities did not suffer from Grave‘s Disease. Why then the stereotype presentation of the big eyes? The author has proposed several possibilities: Was this feature due to an artistic tradition of the era? Was it an attempt to express the superiority of the rulers? Or has the Greek mythology-in which Hera is described as „cow-eyed“- been transferred by way of Isis and the Egyptian mythology to the Ptolemeans?