Titelaufnahme

Titel
Verteidiger des wahren Glaubens und Herr der Scheiterhaufen : der Inquisitor Bernhard Gui im Spannungsfeld zwischen Selbstverständnis und Fremdwahrnehmung / vorgelegt von Katharina Rieder
Weitere Titel
Defender of the true faith and lord of the stake : the inquisitor Bernard Gui between self-concept and the external perception
Verfasser/ VerfasserinRieder, Katharina
Begutachter / BegutachterinGiessauf, Johannes
ErschienenGraz, 2017
Umfang98 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Bernardus <Guidonis> / Inquisition
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-115270 Persistent Identifier (URN)
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Verteidiger des wahren Glaubens und Herr der Scheiterhaufen [1.03 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Arbeit fragt nach dem Selbstverständnis des hochmittelalterlichen Inquisitors Bernard Gui und vergleicht dieses mit der Wahrnehmung und Darstellung durch Menschen und Gruppierungen anderer Epochen. Die daraus resultierenden Spannungen werden aufgedeckt und die Transformationsprozesse auf ihre Gründe hinterfragt: Guis Wirken als Inquisitor war in das Wechselspiel zwischen sozialen, gesellschaftlichen, politischen und religiösen Strukturen im „Ketzernest“ Toulouse und der gesamtkirchlichen Situation des 14. Jahrhunderts eingebettet. Wie Gui sein Tun dabei selbst wahrnahm und warum er sich als Seelenarzt und Verteidiger des Glaubens verstand, erschließt sich aus dem von ihm verfassten Handbuch Practica (officii) inquisitionis haereticae pravitatis, welches der Dominikaner als Hilfsmittel für weitere Inquisitoren verfasste. Zusätzlich thematisiert die Arbeit die Rezeptionsgeschichte und die sich darin ereignende Transformation: Sie zeigt, wie verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten über Gui dachten, und verweist auf die Hintergründe und Denkkonzepte ihrer Zeit. Exemplarisch ausgewählt wurden die Aussagen des kirchenkritischen Franziskaners Bernard Deliceux, die Ergebnisse der älteren Forschung sowie die Darstellung Guis im historischen Roman Der Name der Rose von Umberto Eco und in der Verfilmung The Name of the Rose von Jean-Jacques Annaud. Diese Darstellungen Guis werden auf ihre Auswirkungen im kollektiven Gedächtnis hinterfragt und den aktuellen Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung gegenübergestellt. Zusätzlich wird begründet dargelegt, wie Gui aus historischer Perspektive beurteilt werden kann.

Zusammenfassung (Englisch)

This paper describes the self-concept of Bernard Gui as an inquisitor in the Middle Age and compares this with the perception and the presentation by people and groups from other eras. Therefore, the underlying tensions are revealed and causes behind the transformations are reflected. Guis function as inquisitor was part of an interplay between different social, political and religious structures in the “Ketzernest” Toulouse and the general situation of the church in the 14th century. What Gui thought about his own work and why he imagined himself as a seelenarzt and defender of faith can be seen in his handbook Practica (officii) inquisitioinis haereticae pravitatis, which the Dominican wrote as a tool for other inquisitors. In addition, the paper reports the history of reception and explains the transformation in this. Consequently, this paper describes how different people at diverse times and various places thought about Gui and refers to the setting and the ideas on those times. Hence, statements of Bernard Deliceux, a critical Franciscan of his time, the results from the ancient research, the representation Gui in the historical novel Der Name der Rose by Umberto Eco and the film The Name of the Rose by Jean-Jacques Annaud are analyzed. These images are scrutinized with regards to the consequences for the collective memory and are confronted with results from the recent research. Furthermore, the paper states reasons how Bernard Gui can be judged in a historical perspective.