Titelaufnahme

Titel
Public debt in a monetary union / Maximilian Gödl
Verfasser/ VerfasserinGödl, Maximilian
Begutachter / BegutachterinKleinert, Jörn ; Farmer, Karl
ErschienenGraz, April 2017
Umfang124 Seiten : Zusammenfassungen (1 Blatt) + Liste der Koautoren (1 Blatt) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Dissertation, 2017
SpracheEnglisch
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-114966 Persistent Identifier (URN)
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Public debt in a monetary union [1.96 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation beschäftigt sich mit drei Problemen von Staatsschulden, die während der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise in der Eurozone aufgetreten sind. Sie untersucht zunächst die Frage ob die Zinssätze auf Staatsanleihen in einer Währungsunion von ökonomischen Fundamentaldaten oder von Marktstimmungen bestimmt werden. Zu diesem Zweck werden Techniken von Ereignisstudien verwendet um die Reaktion von langfristigen Zinssätzen auf unterschiedliche Kategorien von Neuigkeiten über Änderungen in Fundamentaldaten zu analysieren. Sie kommt zu dem Schluss, dass man zwar eine signifikante Reaktion auf manche solcher Neuigkeiten feststellen kann, dass es aber keine feste Beziehung zwischen Änderungen in den Fundamentaldaten und Zinsen gibt, die über alle Länder hinweg stabil ist. Der zweite Teil der Dissertation behandelt die Frage wie die Nachhaltigkeit von Staatsfinanzen empirisch beurteilt werden kann. Darin wird ein empirisches Modell von Staatsschulden entwickelt und geschätzt, das in der Lage ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Schulden-BIP-Quote zu jedem zukünftigen Zeitpunkt darzustellen. Für den Anwendungsfall Österreich deuten Vorhersagen auf Basis dieses Modells darauf hin, dass der Anstieg in der Schulden-BIP-Quote, der während der Eurokrise zu beobachten war, eher als transitorisches Randereignis und nicht als Hinweis auf ein langfristiges Nachhaltigkeitsproblem gesehen werden sollte. Die dritte Frage betrifft die Übertragung des Risikos eines Staatsschuldenausfalls auf den Rest der Volkswirtschaft. Um diese Frage zu untersuchen stellt die Dissertation ein Konjunkturmodell vor, in dem der Finanzsektor Staatsanleihen als Sicherheiten hält. In diesem Modell kann ein Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit sowohl zu einer Kreditklemme als auch zu einer fallenden Güterproduktion führen. Wenn man das Modell zu Daten der Eurozone kalibriert, kann es einige wichtige stilisierte Fakten der Eurokrise erklären.

Zusammenfassung (Englisch)

This dissertation deals with three issues of public debt that emerged during the recent financial and economic crisis in the Eurozone. It first investigates the question whether the interest rates on government bonds in a monetary union are determined by economic fundamentals or market sentiments. For this purpose it uses event study techniques to analyze the reaction of long-term government interest rates to different categories of news about changes in fundamentals. It concludes that there is a significant reaction to some such events, but that there is no tight empirical link between changes in fundamentals and interest rates that is stable across countries. The second part of the dissertation addresses the question how the sustainability of government finances can be assessed empirically. It develops and estimates an empirical model of government debt that is able to characterize the probability distribution of the debt-GDP ratio at any future date. For the case of Austria, debt projections based on this model indicate that the increase in the debtGDP ratio that occurred in the aftermath of the Eurozone crisis should be seen as a transitory tail event rather than a sign of long-run unsustainability. The third issue concerns the transmission of government default risk to the rest of economy. The dissertation studies this issue by building a business cycle model with a financial sector that holds government bonds as collateral. In this model, an increase in the probability of default can lead both to a credit crunch and a decline in output. It shows that, when calibrated to Eurozone data, the model is able to explain some key stylized facts of the Eurozone crisis.