Titelaufnahme

Titel
Die Debatte um die Entnazifizierung bei den steirischen Landtagswahlen 1945 und 1949 / vorgelegt von Christoph Nöhrer
Weitere Titel
The debate of denazification at the elections for the Styrian Parliarment in 1945 and 1949
Verfasser/ VerfasserinNöhrer, Christoph
Begutachter / BegutachterinLamprecht, Gerald
ErschienenGraz, 2017
Umfang156 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Steiermark / Entnazifizierung / Landtagswahl / Geschichte 1945-1949
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-114915 Persistent Identifier (URN)
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Die Debatte um die Entnazifizierung bei den steirischen Landtagswahlen 1945 und 1949 [5.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Entnazifizierung war eine der ersten Aufgaben, mit der sich die junge Zweite Republik bzw. die Steiermark in den unmittelbaren Nachkriegsjahren konfrontiert sah. Diese Säuberung vom Erbe des Nationalsozialismus wurde zunächst primär von den Besatzungsmächten, bis Juli 1945 von den Sowjets und schließlich von den Briten, betrieben, wobei vor allem die Internierung von ehemaligen Nazis die gängige Praxis darstellte. Aufgrund der Nichtanerkennung der provisorischen Staatsregierung durch die Westalliierten, wurden die in Wien erlassenen Entnazifizierungsgesetze (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz und Wirtschaftssäu-berungsgesetz) in der britisch besetzten Steiermark nicht exekutiert. Im Wahlkampf um den steirischen Landtag 1945 nahm die Entnazifizierungsproblematik eine zentrale Stellung ein, wobei das Wahlgesetz besonders kontrovers diskutiert wurde. Der damit verbundene Wahlrechtsentzug für eine beträchtliche Anzahl von WählerInnen wurde ebenso wahltaktisch instrumentalisiert wie der generelle Umgang mit dem „Personal“, welches das NS-Regime hinterlassen hatte. Generell kann festgehalten werden, dass sämtliche wahlwerbende Parteien des Jahres 1945 eine strenge Entnazifizierung im Wahlkampf forderten.Im Wahlkampf 1949 stellte sich die Situation gänzlich umgekehrt dar: Aufgrund der Ablehnung des Nationalsozialistengesetzes aus dem Jahr 1947, der Minderbelastetenamnestie von 1948 und der Gründung des VdU artete die Wahlwerbung regelrecht aus. Sämtliche wahlwerbenden Parteien versuchten durch gezielte Instrumentalisierung der Entnazifizierungsproblematik die Wählerschicht der ehemaligen Nazis zu gewinnen, da diese mit über 80.000 Personen allein in der Steiermark einen gewichtigen Faktor darstellten. Bedingt durch den Wandel in der Haltung der Republik Österreich mit ihrem NS-Erbe zwischen 1945 und 1949, wurden die ehemaligen Nazis im Wahlkampf 1949 zu umworbenen „Opfern“ stilisiert.

Zusammenfassung (Englisch)

The denazification was one of the first duties of the new founded “Zweiten Republik” and Styria during the immediate postwar years. Denazification, primarily meaning the purge of the heir of National Socialism, was pursued at first by the Allies - until July by the Soviets and finally by the Britons. Their current practice in that time was primarily the internment of former powerful and prominent former Nazis. Because of the non-recognition of the tempo-rary state government, that was built in April 1945, by the western Allies, the Austrian denazification laws (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz, Wirtschaftssäuberungsgesetz) were not executed in British occupied Styria. Watching the election campaign for the Styrian Parliament of 1945 the denazification of the Austrian society took a central position in the debate on the domestic policy. Especially the Wahlgesetz (electoral law) was discussed con-troversially. Due to the Wahlgesetz a big number of voters were expelled of the election. This circumstance was as instrumentalized by the parties as the general discussion about the “staff”, which was left by the Nazi regime. Except for that all Styrian parties - ÖVP, SPÖ and KPÖ - demanded a strict denazification in their election campaigns. In 1949, when the second elections for the Styrian Parliament were held, the public views on the Nazi-problem had been changed totally: on account of the refusal of the Nationalsozialistengesetz of 1947, the Minderbelastetenamnestie of 1948 and the foundation of the VdU the electoral advertisement “degenerated” into a mudslinging. All Styrian parties tried to win voters of the former Nazis by instrumentalization the denazification in their opin-ion. In Styria there were more than 80,000 former Nazi voters - a circle that could have been decisive. Caused by that, the former Nazis were styled to sought-after “victims” in the elec-tion campaign of 1949.