Titelaufnahme

Titel
Jean Echenoz' Erzählwerk aus diskurstheoretischer Sicht / vorgelegt von Hans Michael Deisinger Bakk.phil. Bakk.phil.
Weitere Titel
The narrative works of Jean Echenoz from a discourse-theoretical perspective
Verfasser/ VerfasserinDeisinger, Hans Michael
Begutachter / BegutachterinErtler, Klaus-Dieter
ErschienenGraz, 2017
Umfang100 Seiten : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-114397 Persistent Identifier (URN)
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Jean Echenoz' Erzählwerk aus diskurstheoretischer Sicht [1.11 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, das Erzählwerk des französischen Gegenwartsautors Jean Echenoz aus diskurstheoretischer Sicht zu beleuchten. Es gilt in einem ersten Schritt Peter V. Zimas Konzept des Diskurses zu betrachten. Dieses beschreibt den Diskurs als transphrastische, narrative Bedeutungseinheit mit semantischer Basis und hierarchischer Struktur. Es führt uns zu der Konklusion, einen Erzähltext ebenfalls als ein hierarchisches Gebilde zu begreifen, das aus Diskursen besteht, die durch narrative Aufbereitung aus dem gesellschaftlichen Kontext in die Fiktion überführt werden. In einem zweiten Schritt besprechen wir das Diskurskonzept von Marc Angenot, das unsere Aufmerksamkeit auf den gesamtgesellschaftlichen Diskurs lenkt. Die Feststellung, dass dieser sich aus einer Vielzahl einzelner miteinander in Beziehung stehender Diskurse zusammensetzt, bewegt uns dazu, in den zu untersuchenden Erzähltexten gleichermaßen Relationen zwischen den in die Fiktion überführten Diskursen zu vermuten. An dritter Stelle ist Michel Foucaults abstraktes Diskurskonzept zu diskutieren, das unsere Strategie bestätigt, der Textanalyse einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur zu Jean Echenoz voranzustellen und einen Roman als Verflechtung narrativ verarbeiteter gesellschaftlicher Diskurse zu betrachten. Auf das theoretische Fundament folgen eine Ausführung zu den Hintergründen der französischen Literaturproduktion der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, ein kurzer Einblick in die literarästhetischen Positionen von Jean Echenoz und eine Übersicht über den Forschungsstand. Danach gilt es, die drei ersten Texte 'Le méridien de Greenwich' (1979), 'Cherokee' (1983) und 'L'Équipée malaise' (1986) sowie die beiden vorletzten 'Courir' (2008) und 'Des éclairs' (2010) auf dem Hintergrund der theoretischen Erkenntnisse zu beleuchten und die Ergebnisse in einer abschließenden Diskussion zusammenzutragen.

Zusammenfassung (Englisch)

The present paper aims to shed new light on the narrative works of the French contemporary author Jean Echenoz from a discourse-theoretical perspective. For this purpose, the first step is to consider Peter V. Zimas concept of discourse. Zima describes discourse as a transphrastic narrative unit of meaning with a semantic basis and a hierarchical structure. As a result, we reach the conclusion that a narrative text should also be understood as a hierarchical entity, consisting of discourses which are translated from their social context into fiction by the process of narration. Secondly, we discuss Marc Angenots concept of discourse, which directs our attention to discourse in society as a whole. The observation that the latter comprises a variety of individual interconnected discourses leads us to presume that the narrative texts under consideration also contain relationships between discourses which have been translated into fiction. The third step is to discuss Michel Foucaults abstract concept of discourse, which confirms our strategy of prefacing the textual analysis with a review of the critical literature on Jean Echenoz, and of viewing the novel as an interweaving of social discourses rendered in narrative form. After establishing this theoretical foundation, we continue by examining the circumstances that shaped French literary production in the 1980s, briefly consider the literary aesthetic positions of Jean Echenoz and give an overview of the current state of research. Against the backdrop of our theoretical knowledge, we then proceed to analyse the first three texts, ‘Le méridien de Greenwich‘ (1979), ‘Cherokee (1983) and ‘L'Équipée malaise (1986), and the two second-to-last texts, ‘Courir (2008) and ‘Des éclairs (2010), and to summarise the results in a concluding discussion.