Titelaufnahme

Titel
Der Salafismus : eine kritische Auseinandersetzung zum salafistischen Gedankengut - Schwerpunkt Ägypten - Überlegungen zur gegenwärtigen und zukünftigen Weiterentwicklung / vorgelegt von Amira Sharawi, Bakk. Phil.
Weitere Titel
The Salafism :a critical examination of the salafistic thought - focus on Egypt - reflections on current and future developments
Der Salafismus : eine kritische Auseinandersetzung mit dem salafistischen Gedankengut - Schwerpunkt Ägypten - Überlegungen zu gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen
Verfasser/ VerfasserinSharawi, Amira
Begutachter / BegutachterinPrenner, Karl
ErschienenGraz, 2017
UmfangVIII, 104 Blätter : Diagramm, Tabellen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Salafija
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-114371 Persistent Identifier (URN)
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Der Salafismus [1.25 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Seit dem 11.09. steht der Islam im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Diese monotheistische Religion erweckt so das Interesse vieler Menschen, insbesondere der Forscher und Wissenschaftler. Zuvor war der Begriff “Salafismus“ ein eher fremder Ausdruck, der sich innerhalb kürzester Zeit im Zusammenhang mit andren Begriffen wie “Wahhabismus“, “Islamismus“ oder “Islamischer Staat“ sehr weit verbreitet hat. Im Großen und Ganzen haben diese Begriffe eine negative Konnotation, die sich letztendlich auch insgesamt negativ auf den Islam auswirkt. Durch die nähere Betrachtung dieser Begriffe ergeben sich historische Abläufe, persönliche Sichtweisen, politische Rahmenbedingungen und geographische Ausgangspunkte, die den Salafismus heute neu definieren lassen. Wichtig sind die ideologischen Differenzen der drei Strömungen im Salafismus - puristische, politische und dschihadistische -, die das fundamentale Prinzip dieser Strömung unterschiedlich zum Ausdruck bringen. Gemeinsam sind ihnen die Prinzipien der “Hasba“ und der “Loyalität und Lossagung“ (arabisch: al-walaa wal-baraa). Die Salafisten definieren ihre Bewegung aber nicht als ein religiöses Phänomen, sondern als den eigentlichen authentischen Islam, zu dem alle Muslime zurückkehren sollen. Ihr Ziel ist hauptsächlich die Bewahrung der Religion vor jeglicher Veränderung. Neben dem prominentesten Vertreter des religiös-politischen Diskurses ägyptischer Herkunft, Sayyed Qutb, gelten Mustafa Shukry, Muhammad Abdel Salam Faradsch und Abdullah Azzam als Vetreter der Takfir- und Dschihad-Ideologien. Diese und weitere Ideologien ergeben sich aus den verwirrenden, irrationalen theologischen Annahmen einiger Salafisten. Die weltweite Verbreitung des Salafismus hatte einen gewissen Extremismus zur Folge, der von einigen Organisationen unterstützt wird. Ägypten gilt als Geburtsort des Neo-Salafismus, welches seit der Ermordung von Präsident Sadat (1981) ein interessantes Forschungsgebiet für viele Islamwissenschaftler wurde. Seit der ägyptischen Revolution (25.01.2011) begannen sich die Salafisten auch in der Öffentlichkeit politisch zu betätigen, sodass sie sogar an den Parlamentswahlen teilgenommen haben und einige Sitze gewinnen konnten. Die Wahl des islamistischen Präsidenten Muhammad Mursi (2012) gilt als Widerspiegelung einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Die Salafisten bilden in Ägypten traditionell eine heterogene Gruppierung ohne zentrale Organisationsstruktur und ohne klares politisches Programm. Allerdings werden einige Prediger häufig als Sprecher und Vertreter der Salafisten in Ägypten genannt. Ihre Ideologien verbreiten sich von Tag zu Tag weiter und setzen die modernsten Medien ein, um stets präsent zu bleiben. Unter den Muslimen sind die Salafisten jedoch eine Minderheit. In Ägypten steht ihnen der „al-Azhar“ als ausgewogenes religiöses Medium entgegen. Die Zukunft und das Ausbreitungsvermögen der Salafisten in Ägypten kann schwer geschätzt werden. Jedoch waren die Ergebnisse der Parlamentswahlen (2015) für die ägyptischen Salafisten enttäuschend.

Zusammenfassung (Englisch)

Since 11th of September, Islam was at the center of the world. The monotheistic religion aroused the interest of many people, especially researchers and scholars. Previously, the term "Salafism" was a strange expression, which was within in a very short period of time very widespread and connected with other terms such as "Wahhabism", "Islamism" or "Islamic State". On the whole, these terms have a negative reputation, which ultimately also have a negative general impact on Islam. The present Salafism can be redefined by a closer consideration of these terms, their historical processes, personal assumptions, political framework conditions and geographical starting points. The ideological differences between the three currents in Salafism - purist, political, and jihadist - are important, which express the fundamental principle differently. The three currents agree on the principles of "Hasba" and "Loyalty and Loss" (Arabic: al-walaa wal-baraa). The Salafists define their movement not as a religious phenomenon, but as the authentic Islam to which all Muslims should return. Their goal is primarily the preservation of religion from any change. In addition to the most prominent representative of the religious-political discourse of the Egyptian origin Sayyed Qutb, Mustafa Shukry, Muhammad Abdel Salam Faradsch and Abdullah Azzam are the representatives of the “Takfir” and “Jihad” ideologies. These and other ideologies result from the confusing, irrational theological assumptions of some “Salafists”.Egypt is the birth place of “neo-Salafism”, which has been an interesting research area for many Islamic scholars since the assassination of President Sadat (1981). Since the Egyptian revolution (25th January 2011), the Salafists began to show themselves openly, so they could even take part in the parliamentary elections and win some seats. The election of the Islamic president Muhammed Mursi (2012) reflects the development of the Egyptian society as a whole. The Salafists are traditionally a heterogeneous group in Egypt without a central organizational structure and without a clear political program. However, some preachers are often referred as speakers and representatives of the “Salafism” in Egypt. Their Ideologies spread from day to day and use the most modern media to remain present among Muslims. However, the Salafism are a minority. In Egypt "al-Azhar" tries to make the balance between the Muslims. Future and spreading capacity of the Salafists in Egypt cannot be estimated. However, the results of the parliamentary elections in 2015 are deceptive for the Egyptian Salafists.