Titelaufnahme

Titel
Medusas versteinender Blick : zu Genese und Wandel eines Bildmotivs / vorgelegt von: Felicitas Karpf
Weitere Titel
Medusas petrifying look : the genesis and change of an art motif
Verfasser/ VerfasserinKarpf, Felicitas
Begutachter / BegutachterinLein, Edgar
ErschienenGraz, 2017
Umfang118 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter)
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-114081 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Medusas versteinender Blick [4.76 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Während die Gorgo in der Antike als mythisches Monster gezeigt wurde, wandelte sich ihre Ikonographie über die Jahrhunderte sehr. Dabei reflektieren die Darstellungen das Frauenbild der Zeit und/oder der Künstler. So wurde, geprägt von den Beschreibungen der antiken und christlichen Schriftsteller, aus der sagenhaften Gorgone ein Symbol für das Böse aller Frauen im 16. und 17. Jahrhundert.Die in der Masterarbeit behandelten Werke zeigen eine vollkommen neuartige Entwicklung des Medusenbilds im 16. und 17. Jahrhundert. Angefangen mit Leonardo da Vinci entwickelte sich in dieser Zeit das zuvor rein dekorative Medusenhaupt zu einem eigenständigen Motiv in der Kunst. Eine Loslösung vom Perseus-Mythos resultiert in einer Trennung von ihrer eigenen Geschichte und von ihrem Körper. Die Isolierung der Medusa ermöglicht eine allegorische Interpretation als das Böse in der Frau. In der Weltsicht des Christentums macht gerade ihre Schönheit Medusa zu einem Monster, da ihre Schönheit die männliche Seele an der Erreichung seines Ziels die Vereinigung mit Gott hindert. Kaum eine mythologische Gestalt wurde dermaßen zur Veranschaulichung der von der Frauausgehenden Gefahr genutzt. Umso erstaunlicher ist Medusas zweiter Ikonographie-Wandel,der sich im 19. Jahrhundert. vollzieht. Die giftige Medusa, die das Symbol des Bösen in der Frau ist, wandelt sich zu einer komplexen Figur im 19. Jahrhundert. Ihre Vorgeschichte findet wieder Beachtung und das Zeitalter der Psychoanalyse klingt bei ihren Darstellungen bereits an. Die positive Darstellung der Medusa ist für das 19. Jahrhundert ungewöhnlich. Die im Vergleich extrem negative Darstellung der Judith im 19. Jahrhundert, die sich stark von den positiven Bildern des Barock unterscheidet, repräsentiert die Darstellung komplexer Frauengestalten im 19. Jahrhundert deutlich besser als die der Medusa.

Zusammenfassung (Englisch)

My master thesis looks at the genesis and change of the depiction of Medusa. The iconography of this motif has changed considerably over the centuries and reflects how women were viewed by the population in general and/or by artists. While antique images of the Gorgo show her as a mythological monster, later images cast her in different light. Influenced by antique and Christian authors, the Medusa-paintings of the 16th and 17th century depict Medusa as a symbol for the evil in all womankind. Starting with Leonardo da Vinci, the head of Medusa evolves into an independent motif. The separation from Perseus-myth results in Medusas disengagement from her own body and story. This enabled an allegorical interpretation of Medusa as a symbol for the evil in all women. Scarcely any mythological creature has been used to such an extent to show the danger of the female sex. This makes the change of the Medusa-iconography during the 19th century all the more surprising. During the 19th century, Medusa is no longer depicted as an evil femme fatale but as a complex female figure. Her tragic story starts being included into the depictions of her, and a psychoanalytical approach is noticeable.Such a positive portraiture of a complex female figure during the 19th century is unusual. A comparison with the biblical heroine Judith gives a more accurate impression of how complex women were depicted during the 19th century: being shown as a chaste heroine in baroque art, Judith is portrayed as a femme fatale in the 19th century. Medusa is therefore an exception in her portrayal during the 19th century.