Titelaufnahme

Titel
Andromache und Polyxena in der spät- und mittellateinischen Trojaliteratur
Weitere Titel
The Women of Ilion. Polyxena and Andromache in late antique and medieval Latin as well as in vernacular literature
Verfasser/ VerfasserinWieser, Gudrun Susanne
Begutachter / BegutachterinRatkowitsch, Christine ; Hofmeister, Wernfried
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Dissertation, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-113994 Persistent Identifier (URN)
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Andromache und Polyxena in der spät- und mittellateinischen Trojaliteratur [2.5 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation konzentriert sich auf zwei trojanische Heldinnen: Andromache, die Ehefrau Hektors, und Polyxena, die Schwester von Paris und Hektor. In drei zentralen Szenen Andromaches Traumvision und Warnung, Achills Liebe zu Polyxena und Polyxena als Achills Opfer zeigt diese Arbeit, wie sich das Bild der beiden Heldinnen im Laufe der Rezeption, von klassischen lateinischen Texten bis hin zu mittelhochdeutschen Autoren, verändert hat.Beginnend bei Vergil, Ovid und Seneca verfolgt diese Arbeit Andromache und Polyxena von den spätlateinischen sogenannten „Schwindelromanen“ von Dares Phrygius und Dictys Cretensis, dem anonym überlieferten Excidium Troiae, zu Benoît de Sainte-Maures Roman de Troie und dessen Nachfolgern Guido de Columnis und Herbort von Fritzlar. In allen diesen Texten wird Andromache als die ideale Gattin und bemitleidenswerte Mutter dargestellt, während Polyxena sich nach und nach vom Opfer hin zur Geliebten Achills entwickelt und mit zur Auslöserin seines Todes wird. In Joseph von Exeters Ylias und Albert von Stades Troilus treten moralische Intentionen in den Vordergrund in diesen Werken verändert sich Achills Charakter durch die Liebe zu Polyxena und macht dadurch auch den moralischen Verfall sichtbar bis schließlich im Göttweiger Trojanerkrieg Polyxena noch einmal ihre Haltung ändert und in einem Racheakt den abgeschlagenen Kopf des Helden auf der Stadtmauer Troias aufpflanzt.So zeigen diese beiden Heldinnen mit ihren Geschichten und deren Entwicklung nicht nur die Veränderung des Epos im Laufe der Rezeption, sondern auch, wie sich der Blickwinkel darauf, abhängig vom jeweiligen Autor und dessen Zeit und Intention, ändert.

Zusammenfassung (Englisch)

This Doctoral-Thesis focuses on two Trokan heroines: Andromache, Hector's wife and Polyxena, the sister of Paris and Hektor. In three central scenes - Andromache's vision and warning, Achilles' love for Polyxena and Polyxena as Achilles' victim this dissertation shows how the image of these two heroines changed in the course of reception, starting with classical Latin texts up to medieval German authors. Beginning with Vergil, Ovid and Seneca, this paper follows Andromache and Polyxena from the late Latin “fake-novels” by Dares Phrygius and Dictys Cretensis and the anonymous Excidium Troiae to Benoît de Sainte-Maure's Roman de Troie and his epigones Guido de Columnis and Herbort of Fritzlar. In all these texts Andromache is shown as the ideal wife and deplorable mother, while Polyxena more and more becomes not only the victim, but also the beloved of Achilles and the reason and instrument for his death in an ambush. In Joseph of Exeter's Ylias and Albert of Stade's Troilus moral intentions take over the well known plot there, Achilles' love for Polyxena even changes the hero's character and make his moral decline visible - until in the Göttweiger Trojanerkrieg Polyxena changes again her attitude and revengefully puts the hero's cut off head on a lance onto the high walls of Troy.With their stories and their development this two heroines of Troy show not only the change of the famous myth in the course of tradition, but also how the focus of the great epic varies according to the identity and origin of the author and his time.