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Title
Heinrich von Kleists Poetik der Eskalation : eine narratologische und sozialpsychologische Analyse seiner Erzählungen / vorgelegt von Michael Ackerl, B.A.
Additional Titles
Heinrich von Kleists poetics of escalation : a narratological and social-psychological analysis of his novellas
AuthorAckerl, Michael
CensorVellusig, Robert
PublishedGraz, 2017
Description128 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Diagramme
Institutional NoteKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Annotation
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Kleist, Heinrich von / Gewalt <Motiv>
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-113863 Persistent Identifier (URN)
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Heinrich von Kleists Poetik der Eskalation [1.74 mb]
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Abstract (German)

Bei der Lektüre von Heinrich von Kleists Erzählungen stößt man wiederholt auf ein bestimmtes Phänomen: Immer wieder kommt es zu eskalierenden Gewaltakten, sich aufschaukelnder Mob-Gewalt, dramatischem Mord und Selbstmord. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem grundlegenden Momentum, das die Handlung von Kleists Prosa so unaufhaltsam in den Exzess treibt. Hierzu wird die Frage nach der erzähltheoretischen Logik der Eskalation, nach den Funktionen bzw. Gründen für ihr wiederholtes Auftauchen und nach ihrer Begründbarkeit mit Theorien der modernen Sozialpsychologie (insbesondere der Konflikt- und Aggressionsforschung) gestellt. Die Untersuchung von Kleists Erzählungen und Anekdoten zeigt, dass sich eskalierende Konfliktsituationen auf erzähltheoretischer Ebene in Form eines Handlungsschemas (mit einzelnen Funktionen) fassen lassen. Als Gründe für die wiederkehrenden exzessiven Handlungselemente können neben medialen Einflussgrößen (Veröffentlichung der Novellen in Zeitschriften) auch die poetologischen Vorstellungen und biographischen Erfahrungen des Autors geltend gemacht werden. Eine Analyse seiner Erzählungen zeigt, dass sich werkübergreifend immer wieder dieselben Funktionen und Ereignisse finden, die zur Ausuferung der Aktionen seiner Figuren führen bzw. diese ankündigen. Wendet man Friedrich Glasls neunstufiges Phasenmodell der Eskalation auf dieses Handlungsschema an, wird deutlich, dass Kleist nicht nur ein wirkungsbewusster Erzähler, sondern vor allem auch ein scharfsinniger Psychologe und Beobachter menschlichen Konfliktverhaltens war.

Abstract (English)

When reading Heinrich von Kleists stories, you will repeatedly encounter a specific phenomenon: There are numerous escalating acts of violence, mob-violence as well as dramatic double-suicides. This thesis investigates the underlying momentum that seems to push the plot of Kleists prose inexorably towards escalation. Therefore it is analysed why the narratological unit of escalation is reappearing over and over in his narrations and to what extent it can be based on theories of modern social psychology (especially conflict- and aggression-studies). The analysis of Kleists stories and anecdotes shows that in the context of narratology escalating conflicts can be best examined in form of a plot scheme and reoccurring events. The influence of the media at that time (publication of novellas in journals), the poetological concept as well as the authors biography can be seen as reasons for repetitive excessive plot elements. A comparison of his stories illustrates that it is the same functions and events that lead to and indicate the characters extreme development. Using Friedrich Glasls model of escalation in the analysis of the plot scheme, it becomes clear that Kleist was not only a powerful writer, but also a keen-witted psychologist and observer of human behaviour in conflicts.

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