Titelaufnahme

Titel
„Und siehe, da trat seine Tochter heraus“ : Ri 10,6-11,40 und die musikalische Rezeption in Georg Friedrich Händels Oratorium Jephtha / vorgelegt von Dagmar Giglleitner
Weitere Titel
“And behold, his daughter came out” : Judges 10,611,40 and its musical reception in George Frideric Handel's oratorio Jephtha
Verfasser/ VerfasserinGiglleitner, Dagmar
Begutachter / BegutachterinFischer, Irmtraud
ErschienenGraz, 2017
Umfang158 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterHändel, Georg Friedrich <Jephtha>
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-113539 Persistent Identifier (URN)
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„Und siehe, da trat seine Tochter heraus“ [9.01 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ein Gott, der sein abtrünniges Volk an die Feinde ausliefert. Ein Kriegsherr, der mit einem Gelübde ebendiesen Gott zum Eingreifen bewegen will und tatsächlich den erhofften Sieg erringt. Und ein junges Mädchen, das unschuldig in diese politischen Wirrungen gerät und von ihrem eigenen Vater, besagtem Kriegsherrn, geopfert wird.Es handelt sich um die biblische Erzählung über den Regenten Jiftach, dessen Opferung der eigenen Tochter über Jahrhunderte Anlass für eine vielfältige Auseinandersetzung war theologisch, literarisch und künstlerisch. Letzteres ist Anknüpfungspunkt für die vorliegende Arbeit, in der G. F. Händels Oratorium Jephtha als Beispiel für die produktive Rezeption eines Bibeltextes analysiert wird. Die szenische Aufführung des Oratoriums im Juli 2016 in Retz (NÖ) bot zusätzlich die Möglichkeit, sich mit einer aktuellen, zeitgenösisschen Interpretation zu befassen.Die wissenschaftliche Aufarbeitung erfolgt in drei Schritten: Zuerst wird Ri 10,611,40 mit historisch-kritischen und narratologischen Methoden exegetisch untersucht. Auf dieser Basis wendet sich der Blick zur Rezeption: Nach einem Streifzug durch die Rezeptionsgeschichte wird auch für das Oratorium zum einen das geschichtliche und kulturelle Umfeld beleuchtet und zum anderen das Libretto untersucht. Eine Analyse der Vertonung zeigt, dass erst im Zusammenspiel von Musik und Text auch die feineren Nuancen und Neuaktzentuierungen erkennbar werden. Im letzten Teil wird gezeigt, dass es der Inszenierung des Oratoriums in Retz durch die szenische Darstellung gelungen ist, das Potential des Händelschen Librettos wie auch des biblischen Textes auszuschöpfen und die Erzählung so neu zu interpretieren, dass sie auch in der heutigen Zeit Themen, Fragen und Spannungsfelder eröffnet, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Zusammenfassung (Englisch)

A God who hands over his rebellious people to their enemies; a warlord who uses a solemn vow to convince this same God to intervene in his favour in battle, and this warlords young daughter, who becomes an innocent victim of this political manoeuvering and is sacrificed by her father.The story is the biblical tale of Jephthah, a judge over Israel whose sacrifice of his own daughter gave way to centuries of diverse debate in theological, literary and artistic fields, the last of which serves as a starting point for this thesis, which will explore G. F. Händels oratorio Jephtha as an example for the productive reception of a biblical text. Further, the dramatic performance of the oratorio in July 2016 in Retz (Lower Austria) offered a recent contemporary interpretation of the story for consideration.This thesis explores the text from a scholarly perspective in three parts: in the first part, an exegesis of the passage Judges 10:611:40 is given using historic-critical and narratological methods. The focus then turns to reception: following a brief history of the reception of this passage, the above mentioned oratorio is analysed in terms of its historical and cultural environment, whereby attention is also given to the libretto itself. A deeper look at the setting reveals that only through the interaction of music and text do finer nuances and contemporary accentuations come to light. Finally, it will be argued that the rendition of the oratorio in Retz successfully exhausted the potential of Händels libretto as well as that of the biblical text. The innovative interpretation that was presented opened the door to questions, topics and fields of debate that maintain their importance and interest to the present day.