Titelaufnahme

Titel
zorn, haz und nît im "Iwein" Hartmanns von Aue : Untersuchungen aus Sicht der historischen Emotionstheorie und der historischen Semantik / vorgelegt von Christina Schober
Weitere Titel
zorn, haz and nît in the "Iwein" Hartmanns von Aue. Studies from the perspective of historical emotion theory and historical semantics
Verfasser/ VerfasserinSchober, Christina
Begutachter / BegutachterinSpreitzer, Brigitte
ErschienenGraz, 2017
UmfangIV, 115 Blätter : Zusammenfassungen (2 Bl.) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-113381 Persistent Identifier (URN)
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zorn, haz und nît im "Iwein" Hartmanns von Aue [1.29 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ausgehend von dem steigenden Interesse der Wissenschaft wie auch jenem der Medien an der Gefühlswelt der Menschen im Mittelalter, kommt der historischen Emotionsforschung eine immer größere Bedeutung zu. Darüber hinaus fungiert die historische Semantik vermehrt als methodischer Ansatz, um die Herkunft und den Bedeutungswandel mittelhochdeutscher Emotionswörter zu erfassen. Diese Arbeit nimmt nun den Forschungsstand der historischen Emotionsforschung sowie der historischen Semantik als theoretische Grundlage, um sich mit dem Begriffsfeld der Gefühle "zorn", "haz" und "nît" im "Iwein" Hartmanns von Aue zu befassen. Eines der zentralen Themen umfasst das Bedeutungsspektrum dieser Emotionen, das im Mittelhochdeutschen weit vielfältiger war, als es in der heutigen Zeit ist. Die in der vorliegenden Arbeit durchgeführte Analyse zeigt dabei auf, dass auch im "Iwein" von einer großen Anzahl an Bedeutungsmöglichkeiten der Begriffe "zorn", "haz" und "nît" auszugehen ist, und macht außerdem deutlich, dass innerhalb des Begriffsfeldes, abhängig vom intratextuellen Kontext, eine gewisse Synonymie der Emotionswörter vorherrscht. Dem zweiten Analyseteil liegt die Theorie zugrunde, dass Emotionen in der Literatur zumindest zweifach codiert sind. Diese ‚doppelte Codierung‘ ergibt sich aus der Verschriftlichung der Gefühle und der anschließenden ästhetisch-stilistischen Ausformulierung. Die Untersuchung der Übersetzungen des "Iwein" von Volker Mertens und Rüdiger Krohn verifiziert die These dieser Arbeit, die eine dreifache Codierung postuliert. So werden einzelne Szenen aus dem "Iwein" durch die gewählte Übersetzung semantisch deutlich verändert, was nicht zuletzt die Grenzen der historischen Semantik aufzeigt.

Zusammenfassung (Englisch)

As a result of the increasing interest in the emotions of people in the Middle Ages within the scientific community as well as in the media, the research of historical emotions is becoming more and more important. Furthermore, the historical semantics is often used as an approach to explain the origin and semantic change of emotion words in Middle High German. Based on the current state of research in both fields this master thesis focuses on the conceptual field "zorn", "haz" and "nît" in the (context of) "Iwein" of Hartmann of Aue. Thereby, a special focus is placed on their range of meanings which was considerable more diverse in the Middle High German than nowadays. The inquiry of this master thesis demonstrated that the spectrum of meanings for the terms "zorn", "haz" and "nît" also can be found in the "Iwein" and revealed in addition a certain synonymy of the emotion words, depending on the intratextual context. Assuming that emotion words at least can be coded twice, as a result of the textualisation and the subsequent aesthetic-stylistic formulation, the analysis of the translation of "Iwein" by Volker Mertens and Rüdiger Krohn in this master thesis allowed the postulating of a trible coding. As a consequence some scenes from "Iwein" are modified due to semantic changes which demonstrate the limits of the historical semantics.