Titelaufnahme

Titel
"Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." - Inszenierungen des Scheiterns bei Samuel Beckett, Thomas Bernhard und George Tabori
Weitere Titel
„Try again. Fail again. Fail better.“ Stagings of failure with Samuel Beckett, Thomas Bernhard and George Tabori
Verfasser/ VerfasserinWuscher, Joachim
Begutachter / BegutachterinLe Trionnaire-Bolterauer, Alice
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Univ., Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-112867 Persistent Identifier (URN)
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"Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern." - Inszenierungen des Scheiterns bei Samuel Beckett, Thomas Bernhard und George Tabori [0.78 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Phänomen „Scheitern“ scheint im 20. Jahrhundert verstärkt an Bedeutung gewonnen zu haben. Anhand der Arbeiten von Samuel Beckett, Thomas Bernhard und George Tabori wird mit dieser Diplomarbeit versucht, dem Mysterium des Scheiterns auf den Grund zu gehen, dessen Ursprung, dessen Auslöser sowie dessen Folgen hervorzubringen. Das Scheitern ist immer ein Wagnis des Menschen. Dieser entscheidet sich bewusst dafür, etwas Bestimmtes zu tun oder nicht zu tun, immer mit der Konsequenz und Akzeptanz eines möglichen Misserfolgs. Der Begriff „Scheitern“ scheint im psychologischen Sprachgebrauch gar nicht vorzukommen, sucht man diesen in den gängigsten psychologischen Wörterbüchern und Lexika vergeblich, und auch die Sozialwissenschaften richten ihre Aufmerksamkeit nur selten auf dieses Phänomen. Vermutlich ist es der Ambivalenz des Begriffs geschuldet, warum die Psychologie und die Sozialwissenschaften nur sehr zögerlich mit diesem Begriff umgehen und es nur marginale fachwissenschaftliche Beiträge dazu gibt. Essenziell ist, dass niemand außer Acht lassen dar, dass es sich beim Scheitern um ein gesellschaftlich erzeugtes Phänomen handelt. Viele Lehren zum Umgang mit diesem Phänomen lassen sich aus den Stücken von Beckett, Bernhard und Tabori ableiten. So entspringt dem Verlust jedweder Menschlichkeit, wie bei Hamm in Becketts Endspiel, nur Hass, Verbitterung und Tyrannei. Thomas Bernhard hingegen führt uns vor Augen wie eine übertriebene Erwartungshaltung uns zerstören kann und lässt alle seine Figuren am übertriebenen und unrealistischen Verlangen des Direktors Caribaldi scheitern. George Tabori lässt seine Figuren wiederum an ihren schrecklichen Lebenserfahrungen scheitern und in ihren Opferrollen verharren, wobei sich Tabori diesem gesellschaftlichen Phänomen des Scheiterns auf eine Art und Weise nähert, die auch im Jahr 2017, wo immer mehr rechtspopulistische Parteien und Gesinnungen auf dem Vormarsch zu sein scheinen, nicht aktueller sein könnte.

Zusammenfassung (Englisch)

The phenomenon of failure has apparently gained importance in the 20th century. By reference to workings by Samuel Beckett, Thomas Bernhard and George Tabori, this paper will investigate the mystery of failure, its origin and its triggers as well as its consequences. Man always hazards as they consciously decide to do something or to leave it, always risking a potential failure. The term “failure” does not even seem to appear in psychological usage: Neither common psychological dictionaries nor social sciences put a lot of emphasis on this phenomenon. The reason why psychology and social sciences hesitate using this term in only rare academic literature is probably the ambivalent term. It is essential that everybody keeps in mind that failure is a phenomenon generated by society. Many doctrines about failure derive from plays by Beckett, Bernhard and Tabori, for example Becketts “Endspiel” states that hate, resentment, and tyranny arise from losing any humanity. Thomas Bernhard, however, depicts that excessive expectations can destroy us, and all his characters fail due to director Caribaldis excessive and surreal demands. George Taboris characters, in turn, fail because of terrible life experiences and remain in their victim role. Tabori elaborates the phenomenon of failure in a way that could not be any more appropriate in 2017 since right-wing parties and mindsets seem to be on the gaining ground.